30. Juni 2010
Jobs in der Altenpflege mit Zukunft
Ambulante Pflegedienste wollen um Personal werben

Der ambulante Pflegedienst der Diakonie in Wuppertal-Vohwinkel zeigt klares Profil auf seinen Fahrzeugen. Foto: Trim-Line Design
In der Altenpflege wächst der Bedarf an qualifizierten Fachkräften. In einzelnen Regionen werden schon jetzt Mitarbeiterinnen von Einrichtungen gegenseitig abgeworben. Für diakonische Pflegedienste wird es immer wichtiger strategische Personalplanung vorzunehmen. Auf einem Fachtag in Bochum wurden Strategien diskutiert.
In keinem sozialen Arbeitsfeld sei der Personalmangel so dramatisch wie in der Altenpflege, das berichtete Thomas Müller von der Unternehmensberatung contec beim Fachtag „Personalmarketing und Wettkampf“ des Fachverbandes Ambulante Altenpflege der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe. „Einrichtungen der Diakonie müssen bei der Personalgewinnung innovativer werden und dabei ihr diakonisches Profil herausstellen“, so fasst Müller seine Ratschläge für ambulante Pflegedienste zusammen. Es sei ganz wichtig Mitarbeitern Wertschätzung und Vertrauen entgegenzubringen und dies auch herauszustellen und damit ? zu werden. Finanzielle Anreize seien dagegen nicht so entscheidend als zum Beispiel Möglichkeiten zur Weiterentwicklung durch Fort- und Ausbildung zu geben. Um neue Mitarbeitende zu gewinnen empfiehlt der Personalberater den Pflegediensten Netzwerke aufzubauen oder bestehende Kontakte zu nutzen: „Die Dienste müssen sich im Quartier bekannt machen, mit den Kirchengemeinden vernetzen, denn Bewerber wenden sich zuerst an ihnen persönlich bekannte Arbeitgeber.“
Diakonie sucht Mitarbeiter in der Pflege
Der Pflegemarkt wächst jedes Jahr um rund acht Prozent. Seit 1990 sind rund 300 000 neue Stellen in der Altenpflege entstanden und weitere 75 000 werden in den nächsten zehn Jahren hinzukommen. Dazu gesellt sich eine hohe Wechselbereitschaft unter der bestehenden Belegschaft. Rund ein Drittel der Mitarbeitenden kann sich gut vorstellen, den Arbeitgeber zu wechseln. Auf diesem Hintergrund wird klar, wie wichtig der Ruf einer Einrichtung für die Mitarbeitergewinnung ist, betonte Cito Aufenacker von der Unternehmensberatung Adveris. Eigentlich habe die gemeinnützige Wohlfahrt einen Image-Vorteil gegenüber den gewinnorientierten Privatunternehmen. Wenn man aber nach dem Umgang mit den Mitarbeitenden fragt, hinkt der Ruf der Wohlfahrtspflege hinter den Privaten hinter her. Hier sei dringender Handlungsbedarf auch bei diakonischen Pflegediensten geboten.
Mitgliederversammlung des Fachverbandes Ambulante Pflege für NRW
Am 24. Juni fand im Jahrhunderthaus Bochum die jährliche Mitgliederversammlung des Evangelischen Fachverbands Ambulante Pflege für NRW statt. Nach der Vorstellung des Geschäftsberichts durch den Vorsitzenden, Herrn Quellmann, Diakonie Ruhr Pflege gGmbH, Bochum, wurden Nachwahlen für den Fachverbandsvorstand durchgeführt. Frau Susanne Westhoff, JUH e.V. Landesverband NRW, Köln und Herr Rudolf Kaup, Elisenstift, Dörentrup, wurden in den Vorstand des Fachverbands gewählt, so dass der Vorstand mit nun je acht Personen aus dem Verbandgebiet Nordrhein und Westfalen-Lippe wieder komplett ist.
Weitere Informationen
- Material zur Fachtagung
- Die Vorträge der Fachtagung
- Evangelischer Fachverband Ambulante Pflege in NRW