10. August 2010
Eine Zukunft im Kosovo
Diakonie Trier bildet Rückkehrer zu Fachkräften aus

Fotos: DW Trier
Seit 2007 betreibt die Diakonie Trier in Zusammenarbeit mit der Diakonie Kosova ein Kontaktbüro im Kosovo. Um Flüchtlingen die Rückkehr in ihre Heimat zu erleichtern betreiben die beiden Organisationen zusammen das „Diakonie Training Center“ in Mitrovica. Hier werden verschiedene Berufsausbildungen angeboten.
Das „Diakonie Training Center“ (DTC) bietet u. a. Ausbildungen für Elektroinstallation, Wasserinstallation, Heizungsbau, Trockenbau, Fliesenlegen und Sekretärinnen an. Viele der Menschen, die im DTC eine Ausbildung absolvieren, finden nach der Ausbildung einen Arbeitsplatz. Nach der mehrmonatigen theoretischen und praktischen Ausbildung gehen sie für einen Monat als Praktikanten in ein Unternehmen. „Wenn sie sich bewähren und das Unternehmen Aufträge hat, können sie häufig bleiben und so ihren Lebensunterhalt verdienen. Besonders stolz sind wir darauf, dass ehemalige Schüler mittlerweile eigene Handwerksbetriebe haben und Praktikanten aus unserem Ausbildungszentrum übernehmen,“ erläutert Bernd Baumgarten, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Trier und Simmern-Trarbach.
Hauswirtschaftskurs
Eine Besonderheit ist der Ausbildungskurs im Bereich „Hauswirtschaft“, speziell für Frauen, die Minderheiten angehören. Die Teilnehmerinnen erhalten in theoretischen und praktischen Einheiten Informationen zu den Themen „Hygiene“, „Gesundheit“ und „Verarbeitung und Zubereitung von Lebensmitteln“, wobei sich das erworbene Wissen sowohl für die Anwendung im eigenen Haushalt als auch im Rahmen einer Selbstständigkeit eignet. Bisher sind die Rückmeldungen der Teilnehmerinnen durchweg positiv. „Wir arbeiten gut und lernen sehr viel. Außerdem gibt es einen hohen Praxisbezug“, so eine Kursteilnehmerin. Auch der Lehrerin macht die Arbeit mit den Frauen Spaß: „Sie sind alle sehr motiviert und wir kommen gut voran“.

Förderung für Minderheiten
Ausbildungsplätze für Minderheitenangehörige anzubieten ist ein Schwerpunkt, den sich die Diakonie im Kosovo gesetzt hat. Um auf dem kosovarischen Arbeitsmarkt eine Stelle zu finden, ist Vorbildung unbedingt notwendig. Viele Minderheitenangehörige hatten nicht die Möglichkeit, eine Ausbildung wahrzunehmen. Durch das 2007 eröffnete Kosovobüro der Diakonie Trier besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Diakonie Kosova. Die Möglichkeit, im Vorfeld einer Rückkehr vor Ort individuelle Recherchen durchzuführen und die Personen nach ihrer Ankunft im Kosovo betreuen und unterstützen zu können, trägt entschieden dazu bei, eine hohe Nachhaltigkeit der Rückkehr zu gewährleisten.
Gute Kontakte zu KFOR
Davon konnten sich zuletzt die beiden Militärpfarrer Friedemann Schmidt-Eggert und Ingo Schurig bei einem Besuch im Ausbildungszentrum überzeugen. Friedemann Schmidt-Eggert ist Militärpfarrer der Evangelischen Kirche im Rheinland und befindet sich zurzeit auf einem mehrmonatigen Aufenthalt zur Betreuung deutscher KFOR-Soldaten in Prizren im Kosovo. Die Diakonie unterhält gute Kontakte zur KFOR und führt regelmäßig Gespräche.