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Archiv 2010

3. Mai 2010

"Land NRW muss Freiwilliges Soziales Jahr fördern"

Träger diskutieren mit der Politik

Beim politischen Gesprächsabend in der Aula der Katholischen Studierenden- und Hochschulgemeinde (KSHG) haben die großen Träger von Freiwilligendiensten in Münster vor über 200 Zuschauern ihre Positionen den anwesenden Politikern vorgestellt und mit ihnen diskutiert. Thomas Sternberg (CDU/MdL), Christoph Jauch (FDP/Landtagskandidat), Robert von Olberg (SPD/Ratsherr), Otto Reiners (Bündnis90/Grüne/Ratsherr) und Ali Atalan (Linkspartei/Ratsherr) stellten sich den teilweise sehr kritischen Fragen der Freiwilligen. Diese wiesen beispielsweise auf die Diskrepanz zwischen den politischen Sonntagsreden und den schlechten finanziellen Rahmenbedingungen speziell in Nordrhein-Westfalen hin: In vielen deutschen Bundesländern wird das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) vom Land gefördert, nicht jedoch in NRW.

Die kontingentierte Förderung für Träger aus Bundesmitteln reicht jedoch in keinster Weise aus, zumal nur
17 000 von 33 000 Teilnehmern diese Förderung erhalten, zudem sollen Fördergelder für Freiwillige gestrichen werden, die das FSJ als Ersatz für den Zivildienst machen. Hier forderte Maria Loheide (Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe), die stellvertretend für die Träger der Freiwilligendienste auf dem Podium saß, ein Gesamtkonzept und eine einheitliche und verlässliche Linie. Gravierende Ungleichheiten zwischen der stärkeren Förderung des Freiwilligen Ökologischen Jahres und der reduzierten Förderung des FSJ müssten ausgeglichen werden.

Auch bei den finanziellen Rahmenbedingungen herrschen zurzeit große Ungerechtigkeiten, wie die Freiwilligen in ihren Wortbeiträgen aufzeigten: Bei den Fahrtkosten warten die Freiwilligen auf Vergünstigungen wie ein NRW-Ticket oder ihr Taschengeld wird als Einkommen angerechnet, falls ihre Eltern Hartz IV beziehen.

"Wir werden Sie nach der Landtagswahl am 9. Mai an Ihre Aussagen erinnern", kündigte eine FSJlerin an.

Einig waren sich die Vertreter der Parteien in der Bewertung eines FSJ im Lebenslauf: Das FSJ sei eine Bereicherung für den Lebenslauf und eine gute Chance, einen Einblick in soziale Berufe zu bekommen. Zudem müsse die Anerkennungskultur für Freiwillige gestärkt werden.

Zu dem politischen Gesprächsabend hatten die großen Träger des Freiwilligen Sozialen Jahres in Münster eingeladen, Bistum, Diakonie, Deutsches Rotes Kreuz und Johanniter-Unfall-Hilfe. Gemeinsam begleiten sie im Kursjahr 2009/2010 über 1.000 Freiwillige in verschiedensten Einsatzgebieten.

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