29. November 2010
Die Zukunft der Eingliederungshilfe
Mitgliederversammlung des Evangelischen Fachverbandes für Behindertenhilfe und Psychiatrie RWL

Landesbehindertenbeauftragter des Landes NRW
„Wir sind besorgt, weil der Umbau des Unterstützungssystems für Menschen mit Behinderung vor allem mit dem Argument einer notwendigen Ausgabenreduzierung in der Eingliederungshilfe gefordert wird“, so Olaf Maas, Geschäftsführer des Fachverbandes Behindertenhilfe und Psychiatrie der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe, auf der Mitgliederversammlung des Evangelischen Fachverbandes.
Ausgangspunkt für alle Überlegungen zur Weiterentwicklung der bisherigen Leistungen müsse immer der individuelle Bedarf sein. Die große Herausforderung der Zukunft werde sein, die Lebensqualität und Teilhabechancen von Menschen mit Behinderungen zu steigern, bei stagnierenden finanziellen Ressourcen. Gleichzeitig nehme die Zahl der behinderten Menschen zu. „Es darf nicht der Eindruck entstehen, als ob die Eingliederungshilfe in den Einrichtungen und Diensten gleichsam in almosenhafter Weise aus Spenden oder Kirchensteuermitteln finanziert werden könnte“, meinte Olaf Maas.
Der Umbau hat begonnen
Die Behindertenhilfe befinde sich auf dem Weg von der Institutionen- zur Personenzentrierung. Personenbezogene Hilfe müsse sich daran orientieren, welche Hilfe der Mensch mit Behinderung vor Ort brauche und nicht daran, welches Angebot verfügbar sei. Bedarfsgerechte Hilfen müsse es am Wohnort geben und die Unterstützungsangebote sollten bei verändertem Bedarf flexibel angepasst werden können.
Norbert Killewald, Beauftragter der Landesregierung NRW für die Belange der Menschen mit Behinderung, ermutigte in seinem Grußwort die Diakonie, ihr Know-how in die politische Diskussion einzubringen. Teilhabe sei ein Menschenrecht und nicht verhandelbar. Die Einrichtungen und Dienste der Diakonie hätten hier eine große Verantwortung, so Killewald.

Plenum
Kooperation und Vernetzung vor Ort
Ferdinand Schäffler von der Beratungsfirma Contec empfahl in seinem Grundsatzreferat den Trägern der Behindertenhilfe unter anderem Kooperationen mit Wohnungsbaugesellschaften einzugehen, um zukünftig dem gestiegenen Wunsch nach ambulant betreutem Wohnen entsprechen zu können. Case Management sei eine Möglichkeit, die Unterstützungsangebote vor Ort zu koordinieren und zu vernetzen. Gute Erfahrungen habe man mit ambulanten Freizeit-, Urlaubs- und Kulturangeboten für Menschen mit Behinderung gemacht. Hier müssten Konzepte entwickelt werden, wie man Ehrenamtliche gewinnen und langfristig einbinden kann.
Flexibilisierung der Hilfen – Personenzentrierung - Sozialraumorientierung
Am Nachmittag wurde in Foren diskutiert, wie sich der Fachverband und die angeschlossenen Träger bei diesen Herausforderungen fachlich-konzeptionell in den Bereichen Wohnen und Arbeit, aber auch in den Bereichen Verwaltung und Controlling und bei der Personalentwicklung strategisch ausrichten müssen.
- Quo vadis...
- Quo Vadis... Die Zukunft hat begonnen
- UN-Konventionell denken!
- UN-Konventionell denken! Quo vadis Eingliederungshilfe?