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Archiv 2010

30. April 2010

Jugendhilfe beteiligt sich an Regionalen Bildungsnetzwerken

Fachtag der Landesarbeitsgemeinschaft Öffentliche und Freie Wohlfahrtspflege

Portraitfoto

Foto: Prof. Dr. Angela Faber, Städtetag Nordrhein-Westfalen

Rund 120 Vertreterinnen und Vertreter aus der Kinder- und Jugendhilfe und dem Bereich Schule diskutierten auf einer Fachtagung zum Thema „Regionale Bildungsnetzwerke“ in Gelsenkirchen.

Bildung ist eines der aktuellen Top-Themen. Neu ist, dass zunehmend die kommunale Ebene an Bedeutung gewinnt. Vor Ort bieten sich die Chance und die Verpflichtung, über Alters- und Zielgruppen hinweg Organisationen und Menschen zusammenzubringen. Hier sind Schule, Jugendhilfe, Erwachsenenbildung, Kultur, Politik und Sport einzubeziehen, um ganzheitliche und bedarfsgerechte Angebote für die Bürgerinnen und Bürger zu entwickeln. Dabei gilt es, die unterschiedlichen Interessen ebenso zu berücksichtigen wie die kommunalen Ressourcen und die verschiedenen Förderprogramme.

Prof. Peter Strohmeier von der Universität Bochum machte auf der Tagung deutlich, dass die kommunale Bildungsplanung drastische Umverteilungen von Ressourcen vornehmen muss, um faire Bildungschancen für alle Kinder und Jugendlichen bereit zu stellen. Bisher gingen arme Kinder in benachteiligten Stadtteilen auf die schlechtesten Schulen. Chancengerechtigkeit bedeutet eine Umkehr dieser Politik.

In NRW entstehen zurzeit landesweit Regionale Bildungsnetzwerke; 41 der 53 Kreise und kreisfreien Städte haben bereits mit dem Schulministerium einen Kooperationsvertrag zur gemeinsamen Bildungsplanung abgeschlossen (Infos unter: www.regionale.bildungsnetzwerke.nrw.de. Zusätzlich haben viele kreisangehörige Kommunen eigene Bildungsnetzwerke auf den Weg gebracht.

Die entstehenden Strukturen müssen – so ein Ergebnis der Fachvorträge und Diskussionen bei der Tagung – vor Ort kreativ angepasst und weiterentwickelt werden, um über die Schulen hinaus insbesondere auch die Akteure und Bildungsorte der Kinder- und Jugendhilfe erfolgreich einzubeziehen. Bildungsnetzwerke müssen mehr sein als „nur“ eine neue Form der Netzwerkqualität – es geht um kommunal-staatliche Gesamtkonzepte von ganzheitlichen Bildungslandschaften.

In der Podiumsdiskussion mit der Staatssekretärin Dr. Marion Gierden-Jülich waren sich Maria Loheide für die Freie Wohlfahrtspflege und die Vertreter der Kommunen darin einig, dass eine Reform der Kommunalfinanzen ein wesentlicher Schlüssel für ein stärkeres Bildungsengagement der Kommunen ist. Die Staatssekretärin wurde zudem von den Jugendhilfevertretern damit konfrontiert, dass auch die von der Jugendhilfe verantworteten Bildungsbereiche (OGS, Familienbildung, Kitas) nicht angemessen ausgestattet seien, um die ihnen zugedachten Aufgaben angemessen bearbeiten zu können.

Zum Abschluss der Tagung zeigten die Stadt Krefeld, der Kreis Lippe und die kreisangehörige Stadt Hilden, wie sie die Regionalen Bildungsnetzwerke aufgebaut und entwickelt haben und was diese schon heute zu leisten im Stande sind.

Die Fachvorträge und Praxisbeispiele der Tagung stehen als Download zur Verfügung.

Flyer Fachtagung LAG ÖF
Flyer der Fachtagung
Grußwort Dr. Uwe Becker
Grußwort Dr. Uwe Becker
Vortrag Prof. Dr. Stephan Maykus
Was können regionale Bildungsnetzwerke leisten?
Vortrg Prof. Dr. Angela Faber
Vortrag Prof. Dr. Angela Faber
Vortrag Prof. Dr. Klaus Peter Strohmeier
Vortrag Prof. Dr. Klaus Peter Strohmeier
Präsentation der Stadt Krefeld
Präsentation der Stadt Krefeld
Präsentation Kreis Lippe
Präsentation des Kreises Lippe
Präsentation der Stadt Hilden
Präsentation der Stadt Hilden

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