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Archiv 2010

1. April 2010

Einmischen und Rechte wahrnehmen

Gründung der Landesvertretung der Werkstatträte

Minister Laumann im Gespräch mit dem Vorsitzenden des Bundesvereinigung der Werkstatträte, Andreas Bollmer und Peter Lawson (Stiftungsbereich proWerk der v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel, Delegierter der diakonischen Werkstatträte) v.l.

„Die Menschen in unseren Werkstätten sind Experten in eigener Sache, und jetzt haben sie endlich ein NRW-weites Forum zur Mitsprache bekommen“, freut sich Michael Dreiucker, Referent bei der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe, über die Gründung der Landesvertretung der Werkstatträte. Die Landesvertretung aller Werkstatträte ist verbandsübergreifend. Sie besteht aus 17 Delegierten der Diakonie, des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, der Caritas, der Arbeiterwohlfahrt und des Deutschen Roten Kreuzes. Vier Delegierte repräsentieren dabei die diakonischen Einrichtungen, denn knapp jeder vierte Arbeitsplatz in einer Werkstatt steht unter dem Kronenkreuz der Diakonie.

 

Delegierte der Diakonie

  • Peter Lawson (Stiftungsbereich proWerk in Bethel)
  • Sabine Röder (Diakoniewerk Ruhr Bochum)
  • Johannes Herbetz (Märkische Werkstätten Lüdenscheid)
  • Brigitte Schulz (Hephata Werkstätten Mönchengladbach)

Gestaltung von Arbeitszeiten und Löhnen

Sozialminister Karl-Josef Laumann gratulierte zur Neugründung und forderte: "Mischen Sie sich weiter ein und nehmen Sie Ihre Mitbestimmungsrechte wahr zum Wohle Ihrer Kolleginnen und Kollegen!" Die Werkstatträte hätten große Verantwortung und wichtige Mitbestimmungsrechte, so Laumann weiter, beispielsweise bei der Gestaltung von Arbeitszeiten und Löhnen. Die neue Landesvertretung werde die Arbeit der Werkstatträte in den einzelnen Werkstätten wirksam unterstützen. Die Idee zu einer solchen Plattform auf Landesebene wuchs in den letzten Jahren unter den Fachleuten der Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Maßgeblich an der Konzeptionierung beteiligt war Michael Dreiucker, der auch die Koordination der Landesvertretung übernommen hat. Im Bereich der Diakonie haben Werkstatträte neben der reinen Interessenvertretung darüber hinaus gehend festgeschriebene Mitwirkungs- und Mitspracherechte.

 

Förderung bleibt erhalten

In Nordrhein-Westfalen gibt es 104 Werkstätten für Menschen mit Behinderungen mit über 60 000 Arbeitsplätzen, knapp ein Viertel davon, 14 000, in diakonischen Einrichtungen. Das Land beteiligt sich seit vielen Jahren am bedarfsgerechten Aufbau und dem Ausbau von Arbeitsplätzen in Werkstätten. Trotz schwieriger Haushaltslage wird die bisherige Förderung auch in 2010 in unveränderter Höhe von 8,2 Millionen Euro fortgesetzt. Die Werkstatträte vertreten nach der Werkstätten-Mitwirkungsverordnung die Interessen aller in den Werkstätten beschäftigten Menschen mit Behinderung. Werkstatträte werden alle vier Jahre neu gewählt.

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