24. Mai 2010
Bronzeplastik Barmherziger Samariter
Königsberger Diakonie feiert 160-jähriges Bestehen

Foto: koenigsbergerdiakonie.de
1850 war das Werk in Königsberg / Ostpreußen gegründet worden als "Königsberger Diakonissen-Mutterhaus der Barmherzigkeit“. Infolge des Zweiten Weltkrieges waren die Schwestern aus Ihrer Heimat vertrieben worden und fanden 1953 in Wetzlar und Umgebung eine neue Bleibe. Heute ist die Königsberger Diakonie die größte Altenpflegeeinrichtung im Lahn-Dill-Kreis mit 500 Bewohnern und etwa ebenso vielen Mitarbeitern in Wetzlar, Braunfels und Hüttenberg.
Dienst zur Ehre Gottes
Der Satz „Geh hin und handle ebenso!“ aus Lukas, Kapitel 10, Vers 37 ist von Beginn an das Leitmotiv des Werkes. Dieser Satz schmückt die etwa 50 Zentimeter hohe Bronzeplastik, auf der die biblische Szene abgebildet ist: ein Samariter kümmert sich um einen unter die Räuber gefallenen Verwundeten. Bei der Enthüllung des Kunstwerkes sagte Theiß, die Diakonissen hätten nicht ihre eigene Ehre gesucht, sondern es sei für sie selbstverständlich, mit all ihrem Wesen allein die Ehre Gottes zu suchen, der sie geschaffen, erlöst und ihn ihren Dienst der Barmherzigkeit gerufen hat. Die Künstlerin übergab die Skulptur an die ehemalige Oberin der Königsberger Diakonie, Hannelore Skorzinski, und ihre zehn noch lebenden Mitschwestern sowie an die rund 500 Mitarbeiter.
Skulpturen für Wetzlar und Königsberg
Zugleich hatte die Künstlerin auch eine zweite Skulptur in der Kunstgießerei Bernd-Lothar Bieber (Bischoffen) herstellen lassen. Diese zeigt die gleiche biblische Szene. Der Bibeltext „Geh hin und handle ebenso!“ ist allerdings in russischer Schrift aufgebrahct. Dr. Theiß hatte die Idee, diese zweite Skulptur am Gründungsort der Königsberger Diakonie aufzustellen. Heute noch existiert das ehemalige Krankenhaus der Barmherzigkeit als städtische Klinik im russischen Kaliningrad. Die Krankenhausleitung habe dem Wunsch der Künstlerin zugestimmt, so dass bald das Werk dort als „Wahrzeichen der Barmherzigkeit“ sichtbar seine „stumme Predigt“ halten dürfe. Die beiden Skulpturen sollten ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit darstellen. Seit vielen Jahren plegt die Königsberger Diakonie wieder Kontakte zu dem Krankenhaus in Kaliningrad. 1991 kam es zu einem ersten Besuch einer Wetzlarer Delegation in der russischen Stadt. Seither gehen Besuchskontakte hin und her. Im vergangenen Oktober war die Pflegedirektorin des Krankenhauses mit drei Krankenschwestern in Wetzlar, um sich über die Arbeit der Königsberger Diakonie ein Bild zu machen.