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Archiv 2010

26. April 2010

Die erste Klasse lernte im Mutterhaus

40 Jahre Fachseminar für Altenpflege der Diakonie in Witten

(v.l.) Diakonisse Marianne Anschütz, Geschäftsführerin Diakonisches Bildungszentrum BIZ, Fachseminarleiterin Irmgard Hock-Altenrath und Diakonisse Gertrude Krämer präsentieren ein Foto der 2001 verstorbenen Gründungsleiterin Schwester Hedwig Hölper.

„1970 war das Fachseminar eine der ersten Ausbildungsstätten für Altenpflege in NRW, die von einem Wohlfahrtsverband gegründet wurde“, erzählt die heutige Leiterin Irmgard Hock-Altenrath. Davor gab es keine spezielle Altenpflegeausbildung. In den Heimen arbeiteten gelernte Krankenpfleger/innen, -pflegehelfer/innen oder angelernte Hilfskräfte. 1970 wurde dann in NRW aufgrund des steigenden Bedarfs an qualifiziertem Pflegepersonal Altenpflege als Ausbildungsberuf mit klaren Rahmenbedingungen institutionalisiert. Die Ausbildung dauerte zunächst ein Jahr, gefolgt von einem Anerkennungsjahr.

 

Hedwig Hölper

Die Leitung der neuen Schule übernahm mit Hedwig Hölper eine erfahrene Diakonisse. Sie wurde am 26. September 1908 in Bochum-Werne geboren und trat bereits mit 18 Jahren ins Wittener Mutterhaus ein. Nach Ausbildungen als Kindergärtnerin und als Krankenschwester sammelte Hedwig Hölper zunächst Berufserfahrung in mehreren Kindergärten und als Gemeindeschwester in Bochum-Stiepel. 1958 übernahm sie die Verantwortung für die Betreuung der jungen Schwestern, ab 1965 zeichnete sie für die Krankenpflegeausbildung in Witten verantwortlich. Nach einem Jahr an der Spitze des Fachseminars für Altenpflege gab Hedwig Hölper die Leitung an Dr. Gerhard Morgenroth ab, blieb der Schule aber bis zu ihrem Ruhrstand 1973 als Dozentin treu. Hedwig Hölper verstarb am 22. Juli 2001 im Alter von fast 93 Jahren in Witten.

 

NRW war immer fortschrittlich

Die erste Klasse des Fachseminars für Altenpflege wurde übrigens im Mutterhaus unterrichtet. Dann kam die Schule für einige Jahre im Comenius Berufskolleg unter. 1988 erhielt die Altenpflegeschule schließlich eigene Räumlichkeiten an der Pferdebachstraße. 1994 wurde die Ausbildung von zwei Jahren plus Anerkennungsjahr in NRW auf drei Jahre verlängert. „NRW war in dieser Hinsicht immer fortschrittlich“, sagt Irmgard Hock-Altenrath. Denn bis 2003 war die Ausbildungs- und Prüfungsordnung in der Altenpflege Ländersache. Erst seitdem ist die Ausbildung durch ein Bundesgesetz einheitlich geregelt.

 

Kooperationen mit 50 weiteren Einrichtungen

Das Fachseminar für Altenpflege kooperiert heute mit rund 50 Einrichtungen der stationären und ambulanten Altenpflege im Ruhrgebiet, bei denen die Auszubildenden angestellt werden und bei denen sie die praktischen Ausbildungsabschnitte absolvieren. Die Schule bietet 150 Plätze in der dreijährigen Altenpflegeausbildung sowie 25 Plätze in der einjährigen Altenpflegehilfeausbildung an. Großen Wert legt das Fachseminar zudem auf Fortbildungen, wobei die Weiterbildung der Praxisanleiter besonders wichtig ist.

 

Für das Jubiläumsjahr hat sich die Schule einiges einfallen lassen. So wird es unter anderem im Mai eine Gesprächsrunde mit Zeitzeugen zum Kriegsende 1945 geben, einen Beitrag zum Todestag von Albert Schweitzer am 4. September und einen Projekttag zum Internationalen Tag des alten Menschen im Oktober.

 

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