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26. November 2010

Für Erhalt des Glückspiel-Monopols

Wohlfahrtsverbände Saar gegen Kommerzialisierung

(epd)Die Liga der Freien Wohlfahrtspflege Saar appelliert an die saarländische Landesregierung, sich für den Erhalt des staatlichen Glücksspiel-Monopols einzusetzen. Diakonie-Pfarrer Udo Blank, zeigte sich besorgt über die sozialen Folgen einer weiteren Liberalisierung in diesem Bereich.

Nur mit dem staatlichen Monopol des Glücksspielmarktes könnten Spielerschutz, Jugendschutz und Suchtbekämpfung erreicht werden, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Schreiben der Wohlfahrtsverbände an den saarländischen Ministerpräsidenten Peter Müller (CDU). Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes vom September macht in Deutschland eine Neuregelung notwendig.

 

Spielsucht mit sozialen Folgekosten

"Wird das Glücksspielwesen in Deutschland weiter kommerzialisiert, sind unabwägbare, schädliche Folgen für die Bevölkerung und eine Ausweitung der Glücksspielsucht mit ihren immensen privaten und sozialen Folgekosten zu befürchten", erklärte Diakonie-Pfarrer Udo Blank, der Vorsitzende der Liga. Der neue Staatsvertrag, der derzeit zwischen den Bundesländern ausgehandelt wird, soll aus Sicht der Liga auf private Sportwetten, Glücksspielangebote im Internet ausgeweitet werden. Auch das gewerbliche Automatenspiel in Spielhallen, das derzeit problematischste Glücksspiel, müsse in eine neue Gesamtregelung einbezogen werden.

 

Einnahmen für Soziales und Kultur

Der derzeit noch geltende Glücksspielvertrag trage erheblich zur Sicherung der sozialen Strukturen im Saarland bei, erklärten die Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege. So fördere Saartoto jährlich soziale und kulturelle Maßnahmen mit über 42 Millionen Euro. Ein Einbruch dieser Förderung durch eine Kommerzialisierung des Glücksspiels gefährde zahlreiche soziale Aktivitäten im Land.

 

Nach einer aktuellen Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt es derzeit bundesweit zwischen 100.000 und 300.000 Glücksspielsüchtige. Im Saarland sind nach Angaben der Landesfachstelle Glückspielsucht etwa 3.000 Menschen glücksspielsüchtig, rund 4.100 Menschen haben ein problematisches Spielverhalten. Der Liga der freien Wohlfahrtspflege Saar gehören die Arbeiterwohlfahrt (AWO) an, die Caritas, der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband, das Deutsche Rote Kreuz, die Diakonie und die Synagogengemeinde Saar.

 

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