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Archiv 2010

6. September 2010

Gelebte Kirche am Bahnhof

Ökumenische Bahnhofsmission in Saarbrücken feierte gleich zwei Jubiläen

Foto: Caritas Saarbrücken

„Bahnhofsmission ist gelebte Kirche am Bahnhof“, sagt Diakonie-Pfarrer Udo Blank. „Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ermöglichen persönliche Begegnung und haben Zeit für die Fragen und Nöte der Menschen.“ Mit einem Festakt in der Bahnhofsvorhalle feierte die ökumenische in Saarbrücken gleich ein doppeltes Jubiläum:

Vor 85 Jahren wurde die Einrichtung gegründet, seit zehn Jahren besteht die Bahnhofsmission in ökumenischer Trägerschaft. Sie wird gemeinsam vom Diakonischen Werk an der Saar und dem Caritasverband Saarbrücken und Umgebung e.V. getragen. Der Standort der Bahnhofsmission auf Gleis 5, dort wo in Saarbrücken der internationale Fernverkehr hält, hat die Arbeit der sogenannten „blauen Engel“, die an ihren blauen Jacken zu erkennen sind, verändert. Waren es früher vor allem Menschen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten, die Hilfe suchten, sind es heute vor allem Reisende. Im Jahr 2009 hatten die 25 ehrenamtlichen Mitarbeitenden Kontakte zu rund 20 000 Menschen, 12 000 davon waren Reisende: Ausländer, die Sprachprobleme hatten, Fahrpläne und Leitsysteme nicht lesen konnten, Senioren, Behinderte oder Kranke, die Probleme beim Ein-, Aussteigen oder Umsteigen hatten, aber auch ganzen Familien. Die Ehrenamtlichen unterstützen allein reisende Kinder, holen sie vom Zug ab und sorgen dafür, dass sie den Anschluss nicht verpassen. Im Aufenthaltsraum können sich Reisende ausruhen, Eltern ihren kleinen Kindern auch mal die Windeln wechseln. Gleichzeitig ist der Raum ein Ruhepol in der Hektik des Bahnhofs.

 

Rund 8000 Menschen in Not suchten 2009 bei der Bahnhofsmission Unterstützung. Darunter waren viele mit Migrationshintergrund, etwa Menschen aus den osteuropäischen Ländern, die auf der Suche nach Arbeit in Saarbrücken gestrandet sind. Zugenommen hat auch die Nachfrage nach finanziellen Hilfen, ein Zeichen für wachsende Armut. Den Hilfesuchenden werden, falls nötig auch Kontakte zu Beratungsstellen, Sozialämtern oder Notunterkünften in der Landeshauptstadt vermittelt.

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