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28. Juni 2010

Auch in sechs Monaten fürs Leben lernen

Diakonie baut weiter auf den Zivildienst als Lerndienst – Ein Drittel will verlängern

Trotz der Verkürzung des Zivildienstes auf sechs Monate hält die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe an diesem Angebot für junge Männer fest. Der Zivildienst sei wichtiges Lernfeld und eine Bereicherung für das Sozialsystem. Gleichzeitig wirbt die Diakonie RWL für den Ausbau weiterer Freiwilligendienste.

„Wir halten an dem Ziel fest, den Zivildienst als sinnstiftenden Lerndienst zu gestalten. Auch in sechs Monaten können wertvolle soziale Erfahrungen gemacht werden“, betont Barbara Montag, Geschäftsbereichsleiterin bei der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe. Die Einrichtungen der Diakonie RWL haben sich auf die Verkürzung des Zivildienstes zum 1. Juli eingestellt. Einsatzpläne mussten umgestellt und pädagogische Konzepte angepasst werden. Das Ergebnis ist, dass es weiterhin mehr als 7 000 Zivildienstplätze in der evangelischen Kirche und ihrer Diakonie in NRW gibt. „Auch wenn der Zivildienst für die Einrichtungen organisatorisch immer aufwändiger wird – das sind keine billigen Arbeitskräfte –, wollen die wenigsten darauf verzichten oder die Einsatzgebiete einschränken.“ Gegen eine solche Einschränkung der Arbeitsfelder von Zivis auf triviale Tätigkeiten wendet sich die Diakonie RWL.

 

Zivis: Mehr als ein Drittel vollen länger machen

Bei der evangelischen Kirche und ihrer Diakonie in NRW sind rund 3 000 Zivildienstleistende tätig. Die Haupteinsatzfelder sind Krankenhäuser, Behindertenhilfe und die Kinder- und Jugendarbeit. Nach einer stichprobenartigen Umfrage der Diakonie RWL unter diesen Zivis wollen mehr als ein Drittel von der neuen Möglichkeit Gebrauch machen und ihren Dienst freiwillig auf bis zu zwölf Monate verlängern. „Damit bestätigen diese jungen Männer einen Trend: Für mehr und mehr junge Leute wird es attraktiv, freiwillig im Sozialbereich zu arbeiten“, so Barbara Montag weiter. Das zeigen auch die Teilnehmerzahlen des Freiwilligen Sozialen Jahres bei der Diakonie, die seit Jahren stetig steigen. Im Moment gibt es rund 670 FSJler bei der Diakonie RWL und 1 200 FSJ-Plätze zur Auswahl. „Dieses Angebot wollen wir in den nächsten Jahren weiter ausbauen –auch mit Blick auf den doppelten Abiturjahrgang im Jahr 2013.“

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