9. Dezember 2010
Einwanderung und Flüchtlinge gab es immer schon
Evangelische Migrations- und Flüchtlingseinrichtungen gründen Trägerkonferenz

Die Träger von Beratungsstellen und Einrichtungen für Flüchtlinge und Migranten im Bereich der Diakonie RWL haben sich zur Trägerkonferenz Migration und Flucht zusammengeschlossen. Damit soll die Lobby kirchlicher Migrationsarbeit gestärkt werden. Die Diakonie RWL fordert aus diesem Anlass, Einwanderung als Normalität zu betrachten und die interkulturelle Öffnung zu verstärken.
Die Konferenz repräsentiert 84 evangelische Träger mit 112 Fachdiensten und Beratungsstellen der Integrationsarbeit, 55 Einrichtungen der Flüchtlingsarbeit, vier Beratungsstellen für Opfer von Menschenhandel, eine Vielzahl interkultureller Aktivitäten und Projekte sowie über 2.000 Freiwillige, die sich in Kirche und Diakonie in Partnerschaftskreisen und anderen Gruppen zusammengeschlossen haben.
Interkulturelle Öffnung und friedliches Zusammenleben
Zur Vorsitzenden der Trägerkonferenz Migration und Flucht wurde Birgit Buchholz, Leiterin des Fachbereiches Soziale Dienste des Diakonischen Werk Ennepe-Ruhr/Hagen gewählt. „Der Anteil der Menschen mit ausländischer Herkunft nimmt stetig zu. Fast jedes dritte Kind in Nordrhein-Westfalen hat einen Migrationshintergrund. Angesichts der vielfältigen Herausforderungen bei der interkulturellen Öffnung ist der Zusammenschluss der Träger ein wichtiges Signal“, betonte Frau Buchholz die Querschnittsaufgabe, die mit der Aufnahme von Menschen mit Migrationserfahrung verbunden ist. „Gemeinsam mit dem neu gewählten Fachrat möchte ich dazu beitragen, dass der Prozess der interkulturellen Öffnung und das friedliche Zusammenleben in unseren Kommunen gefördert und das Schutzangebot für Zugewanderte und Flüchtlinge erfahrbar ausgestaltet wird.“
Struktur stärkt Beteiligung der Einrichtungen
Nikolaus Immer, Geschäftsbereichsleiter Soziales und Integration der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe, bedankte sich in der Gründungsversammlung bei den Trägern mit den Worten: „Mit der neuen Struktur stärken wir die Beteiligung unserer Einrichtungen aus dem Bereich Migration und Flucht. Es soll helfen noch mehr für die Rechte von Migranten einzutreten und ihre Integration in Diakonie und Gesellschaft zu fördern. Es geht um die Anerkennung und Gestaltung des Miteinanders.“
Fachrat
Dem ebenfalls neu gebildeten Fachrat der Trägerkonferenz Migration und Flucht gehören an: Wolfgang Biehl (Geschäftsführer des Diakonischen Werk an der Saar), Bilge Colak (Jugendmigrationsdienst Essen), Axel Rolfsmeier (Leiter Sozialbüro Diakonisches Werk Dortmund und Lünen), Britta Schwecht (Bereichsleiterin Integration in Arbeit der Diakonie Michaelshoven), Jutta Vormberg (Vorstand Diakonie Paderborn-Höxter), Hava Zaimi (Zentrum für Sozial- und Migrationsberatung der Evangelischen Gemeinde zu Düren) sowie Nikolaus Immer. Mit Gaststatus im Fachrat vertreten sein wird eine Person für die drei evangelischen Landeskirchen im Bereich der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe.