21. Mai 2010
Pflege im Krankenhaus: Ein Beruf mit Zukunft
Diakonie RWL beurteilt Studie Pflegethermometer 2009

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Das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung hat die bisher größte zusammenhängende Befragung von Pflegekräften veröffentlicht: das Pflegethermometer 2009. Die Ergebnisse zeigen nach Ansicht der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe und des Verbandes Evangelischer Krankenhäuser RWL, dass es für die Pflegekräfte trotz hoher Belastungen es ein Beruf mit Perspektive ist.
„Das Berufsbild der Gesundheits- und Krankenpflege wandelt sich. Die Pflegekräfte in unseren Krankenhäusern bleiben länger im Dienst und sehen berufliche Perspektiven für ihre Zukunft“, so das Fazit, das Elke Grothe-Kühn vom Verband Evangelischer Krankenhäuser in RWL zieht. Die Studie zeigt, dass die Befragten im Schnitt seit mehr als 16 Jahren in der Pflege tätig sind, was der These des üblichen frühen Berufsausstiegs aus der Pflege nach fünf Jahren widerspricht. Gleichzeitig sehen vier von fünf jungen Pflegenden insgesamt gute Entwicklungschancen im Beruf. Jeder zweite fühlt sich vom Arbeitgeber in seiner beruflichen Entwicklung unterstützt. „Das Bild des `Sackgassenberufes´ Pflege dürfte damit endgültig der Vergangenheit angehören“, hofft Grothe-Kühn, die als Geschäftsbereichsleiterin der Diakonie RWL rund 90 evangelische Krankenhäuser mit 39 0000 Mitarbeitenden vertritt.
Pflegekräfte werden älter
Kritisch ist die Alterstruktur der Mitarbeitenden in der Pflege zu betrachten. Das zeigt die Studie ganz deutlich. Das Durchschnittsalter der Beschäftigten hat sich erhöht, weil der Abbau von Stellen vor allem zu Lasten der jungen Pflegenden ging. Dies führte dazu, dass im Jahr 2008 in der Gesundheits- und Krankenpflege bundesweit 50 000 Beschäftigte weniger in der Altersgruppe der unter 35-Jährigen zu verzeichnen sind als im Jahr 2000, das entspricht einem Minus von mehr als 15 Prozent. Der Bestand an Mitarbeitenden, die älter als 50 Jahre sind, hat sich im gleichen Zeitraum nahezu auf 171 000 verdoppelt. „Hier gibt es deutlich Handlungsbedarf für unsere Kliniken. Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung sehen wir die Notwendigkeit, neue Konzepte zur Einbindung älterer Mitarbeitende zu entwickeln“, so Elke Grothe-Kühn.
Mehr Veranwortung
Die Studie zeigt auch, dass die Pflegekräfte im Klinikalltag mehr Verantwortung haben und mehr Entscheidungen selbst fällen müssen. Die Pflegekräfte bemühen sich, die professionelle und fachliche Pflege ungeachtet der Schwierigkeiten zu stabilisieren. Dabei entscheiden sie selber, welche Maßnahmen sie priorisieren. Weil hierfür meist kein Regelwerk vorliegt, müssen die Entscheidungen situativ und individuell getroffen werden. „Für evangelische Krankenhäuser stellt sich gerade hier eine ethische Herausforderung. Wir wollen unsere Mitarbeitenden nicht damit allein lassen, selbst entschieden zu müssen“, betont Elke Grothe-Kühn.