28. Mai 2010
Mit Selbsthilfe den Patienten gerecht werden
Evangelische Krankenhäuser kooperieren mit Selbsthilfegruppen

Foto: fotolia.de
Selbsthilfegruppen sind ein wichtiger Bestandteil des Gesundheitssystems. Der Austausch und die Beratung unter Betroffenen spielen bei der Behandlung von Patienten eine wichtige Rolle. Deshalb wollen die Krankenhäuser des evangelischen VALEO-Verbundes in Westfalen enger mit der Selbsthilfe kooperieren. Davon profitieren beide Seiten. Gefördert wird das Projekt unter anderem vom Verband Evangelischer Krankenhäuser Rheinland, Westfalen, Lippe.
„Die enge Zusammenarbeit mit den Selbsthilfegruppen sollte im Alltag unserer Kliniken zu einer Selbstverständlichkeit werden“, betont Elke Grothe-Kühn vom Verband der Evangelischen Krankenhäuser RWL. Deshalb unterstützt der Verband die Initiative der Valeo-Kliniken zu einem „Selbsthilfefreundlichen Krankenhaus“ zu werden mit rund 50 000 Euro. In einem ersten Schritt dahin haben die Kliniken eine Kooperationsvereinbarung mit der Gesellschaft für soziale Projekte des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in NRW geschlossen, in den die meisten Selbsthilfegruppen organisiert sind. Parallel dazu wurden in acht Häusern Selbsthilfebeauftragte benannt, die sich um die Kontakte zu den Selbsthilfegruppen kümmern.
Bedürfnissen der Patienten gerecht werden
Die Zusammenarbeit gestaltet sich ganz praktisch: Das Krankenhaus informiert seine Patienten, ob und welche Selbsthilfeangebote für sie in Frage kommen; die Gruppen wiederum profitieren vom Wissen der Ärzte, können Räumlichkeiten nutzen und sich präsentieren. Zukünftig sollen die Patienten auch die Möglichkeit haben, an frei zugänglichen Internet-Terminals Informationen über Krankheiten und Selbsthilfegruppe zu recherchieren. Für Elke Grothe-Kühn passt diese Kooperation gut zum Profil evangelischer Krankenhäuser: „Gerade als evangelische Einrichtungen wollen wir den individuellen Bedürfnissen, Fragen und Sorgen der Patienten gerecht werden. Wenn diese in Selbsthilfegruppen zur Sprache kommen, können Kliniken darauf eingehen.“
Selbsthilfe hilft
Das unterstreicht auch Dr. Dietmar Herberhold, Stiftungsvorstand des Evangelischen Krankenhauses Unna, das am Projekt beteiligt ist: „Die Selbsthilfe spielt für die Behandlung und Genesung der Patienten eine wesentliche Rolle.“ Im Mittelpunkt steht dabei die persönliche Auseinandersetzung mit der Krankheit. Konkret arbeitet das EK Unna mit einer Multiple Sklerose-Gruppe, der Hepatitis Hilfe, der Frauenselbsthilfe nach Krebs, der Deutschen ILCO-, der Deutschen Parkinson-, der Schlaganfall- und der Omegagruppe zusammen. Neben der Klinik in Unna beteiligen sich die Evangelischen Krankenhäuser in Bielefeld, Lippstadt, Paderborn und Hamm, das Lukas-Krankenhaus in Bünde, das Johannisstift in Münster und das Lukas-Krankenhaus in Gronau am Modellprojekt „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“.
Zahlreiche weitere evangelische Kliniken im Bereich der Diakonie RWL engagieren sich für eine gute Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen. Sie haben unter anderem Koordinierungsstellen eingerichtet oder veröffentlichen regelmäßige Gruppentermine in der Klinikzeitschrift.