17. Dezember 2010
Alle reden vom Winter
Die Wohnungslosenhilfe der Diakonie hilft das ganze Jahr

Wetterspezialisten prognostizieren einen langen und kalten Winter. Grund genug für den Westfälischen Herbergsverband (WHV) jetzt, bei den ersten Schneefällen und dem ersten Frost, auf die Winterangebote für Wohnungslose aufmerksam zu machen und mit einer Plakataktion über Anlaufstellen vor Ort zu informieren: Telefonische Notrufe, bei denen sich gefährdete Menschen melden oder gemeldet werden können, sind darauf zu finden.
Flächendeckend werden diese Plakate mit dem Motto „Jeder Mensch braucht ein Zuhause“ in Westfalen in Geschäften und an öffentlichen Orten angebracht. „Unser Hilfesystem für Wohnungslose ist mit rund 10 000 Plätzen gut ausgebaut“, erläutert Jan Orlt, Referent bei der Diakonie RWL und Geschäftsführer des WHV. Diese Plätze stehen in den 75 Diensten und Einrichtungen der westfälischen Diakonie zur Verfügung. So schützen auch in diesem Winter Tagesaufenthalte und Unterkünfte der Wohnungslosenhilfe vor lebensbedrohenden Witterungsverhältnissen. Sie bieten ihnen auch Schutz vor Gewalt und Raum für soziale Kontakte. In einigen Städten gibt es dort warmes Essen sowie die Möglichkeit zur Körper- und Wäschepflege. Dieses Hilfesystem hat in den vergangen Jahren dazu geführt, dass selbst in den Großstädten immer weniger Menschen schutzlos auf der Straße leben müssen.
Hilfe für Wohnungslose das ganze Jahr
„Diese Einrichtungen sind selbstverständlich das ganze Jahr über geöffnet. Aber wir wissen, dass sie im Winter noch wichtiger sind als sonst“, so Jan Orlt. Finanziert werden die Angebote vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), den Kommunen und zu einem erheblichen Teil aus Eigenmitteln der Diakonie – aus Kirchensteuermitteln und Spenden.
Nachtasyle und Notunterbringungen
Der WHV setzt sich auch in diesem Winter wieder dafür ein, dass Unterkünfte, Nachtasyle und Notunterbringungen Tag und Nacht geöffnet sind und dass der Aufenthalt nicht auf wenige Tage pro Monat befristet bleibt. „Wir setzen uns jetzt wieder für eine Öffnung von U-Bahnstationen, Bahnhöfen und anderen geeigneten öffentlichen Gebäuden ein“, betont Jan Orlt. Ausreichend viele niedrigschwellige Tagesaufenthalte fordert der WHV außerdem. Sie sind das ganze Jahr über notwendig.
Westfälische Herbergsverband
Der Westfälische Herbergsverband wurde 1885 gegründet und kümmert sich um die Belange der Wohnungslosenhilfe und berät die Mitgliedseinrichtungen. Der Fachverband vertritt 35 diakonische Träger und 80 Einrichtungen in Westfalen und Lippe und ist Teil der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe. Mitarbeitende in den Einrichtungen sind Ansprechpartner für die Wohnungslosen vor Ort.