24. August 2010
Debatte um Zivildienst
Diakonie RWL fordert Ausbau des Freiwilligen Sozialen Jahres

Barbara Montag
Die Diakonie RWL begrüßt die Absicht, Mittel aus dem Zivildienst für die Förderung freiwilligen Engagements junger Menschen zu erhalten. Die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe warnt aber davor, mit einem freiwilligen Zivildienst neue Strukturen zu schaffen. Mit den Jugendfreiwilligendiensten FSJ und FÖJ gebe es bereits eine bewährte Struktur, die leicht ausgebaut werden könne. Ein Aufbau von Parallelstrukturen würde junge Menschen verwirren und unnötige Kosten verursachen.
Die Jugendfreiwilligendienste haben Erfahrung, wie junge Menschen für ein freiwilliges Engagement erfolgreich gewonnen werden können. "Unerlässlich ist die Begleitung des Engagements mit Bildungsangeboten, die die persönliche Entwicklung der jungen Menschen unterstützen", so Barbara Montag, Geschäftsbereichsleiterin in der Diakonie RWL. Sie vermisse in dem jetzt von der Bundesregierung vorgelegten Konzept Überlegungen zur verantwortlichen Begleitung junger Freiwilliger. Beim Bundesamt für Zivildienst gebe es keine Erfahrung mit pädagogischen Angeboten.
Montag forderte die Bundesregierung auf, die Zuständigkeit für die Organisation und Durchführung bei den bestehenden Jugendfreiwilligendiensten zu belassen und die Förderung für diesen Bereich auszubauen. Bisher wurde für den Zivildienst vier mal mehr Geld ausgegeben als für die Förderung von FSJ und FÖJ.
Die Evangelischen Kirchen in Rheinland und Westfalen sowie die Diakonie RWL leisten seit etwa 50 Jahren erfolgreiche Arbeit im Freiwilligen Sozialen Jahr und im Zivildienst. Sie begleiten die jungen Menschen auf der Grundlage eines jugendpolitisches Bildungsprogramms. Die Diakonie ist bundesweit größter Träger von Zivildienst. Im Bereich der Diakonie RWL werden 4 000 Plätze vorgehalten, das ist ein Drittel der Zivildienstplätze in der Diakonie in Deutschland. Von den bundesweit 6 000 Plätzen der Diakonie im Bereich des FSJ hält die Diakonie in RWL 2 000 Plätze vor.