30. April 2010
"Erste Bildungseinrichtung im Elementarbereich"
Evangelische Familienbildung in Rheinland, Westfalen und Lippe legt neues Leitbild vor

v.l.n.r.: Maria Loheide, Barbara Montag, Ulrich Schmitz, Dr. Marion Gierden-Jülich, Dr. Hans-Udo Schneider
Die in der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe organisierten Fachverbände für Familienbildung haben am Freitag in einem Gespräch mit Staatssekretärin Dr. Marion Gierden-Jülich ein gemeinsames Leitbild für eine moderne Familienbildung vorgestellt. Kernelemente des Leitbildes sind die Befähigung zur Mitgestaltung des Gemeinwesens für alle gesellschaftlichen Gruppen und die Entfaltung der Persönlichkeit in allen Lebensphasen.
In dem Gespräch wurde auch die steigende Bedeutung der Familienbildung in der Primärprävention gegen Jugendgewalt hervorgehoben. "Die erste Bildungseinrichtung ist nicht die Kindertagesstätte, sondern die Familienbildungsstätte" betonten die Vorsitzenden der beiden evangelischen Fachverbände, Ulrich Schmitz und Dr. Hans-Udo Schneider.

Vorgestellt wurde das breite Spektrum an Bildungsangeboten für Väter, Mütter, Kinder, Jugendliche bis hin zu Angeboten für alte und hochaltrige Menschen und für pflegende Angehörige. "Die Familienbildungsstätten sind damit wichtige Einrichtungen für den Dialog zwischen den Generationen", so Dr. Marion Gierden-Jülich, Staatssekretärin im Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen. Sie begrüßte auch den Stellenwert interkultureller Arbeit im Leitbild der Evangelischen Familienbildungswerke.
Zusätzliche Fördermittel
Das Evangelische Familienbildungswerk Westfalen und Lippe e.V. sowie die Landesarbeitsgemeinschaft evangelischer Familienbildungsstätten und -werke begrüßen, dass im Haushaltsjahr 2010 für die Familienbildung in den Familienzentren zusätzliche Fördermittel zur Verfügung gestellt werden. Wichtig sei, dass die Förderung der Familienbildung auf Dauer angelegt werde.

"Die zusätzlichen Landesmittel ermöglichen der Familienbildung flexibel und individuell den Bedarfen von Familien zu entsprechen. Über diese Förderung können zusätzliche Angebote in den Familienzentren gemacht werden, die vor allem sozial benachteiligten Familien zugute kommen" betonten die Vorsitzenden der beiden evangelischen Fachverbände.
"Stark im Netzwerk"
Wir machen uns stark für Familien - so lautet der Auftrag evangelischer Familienbildung in NRW. In der Praxis geschieht dies durch eine enge Vernetzung der Familienbildungsstätten mit vielen Kooperationspartnern vor Ort, zum Beispiel den Kindertagesstätten und Familienzentren, Einrichtungen aus dem Gesundheitsbereich oder - zunehmend - mit Betrieben sowie durch das Engagement im "Regionalen Bildungsnetzwerken NRW", erläutert Barbara Montag, Geschäftsbereichsleitung für Familie, Bildung und Erziehung in der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe.
Als ein Beispiel stellte die Leiterin der Evangelischen Familienbildungsstätte Mülheim, Annette Sommerhoff, neue Angebote für pflegende Angehörige vor, die in Kooperation mit dem "Netzwerk Demenz" sowie mit Krankenhäusern, Arztpraxen und Krankenkassen durchgeführt wird.
Material
- Das neue Leitbild der Evangelischen Familienbildung Rheinland, Westfalen und Lippe
- Evangelische Familienbildung in NRW