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Archiv 2010

31. März 2010

Prägende Gestalt der Diakonie-Geschichte

100. Todestag von Friedrich von Bodelschwingh

Eines von vier Warhol-Bodelschwingh-Motiven, Fotos: Bethel

Der Name Friedrich von Bodelschwingh (6. März 1831 - 2. April 1910) ist so untrennbar mit den Betheler Stiftungen verbunden, dass er gemeinhin als ihr Gründer gilt - zu Unrecht: Die „Reinisch-Westfälische Anstalt für Epileptische” bei Bielefeld wurde 1867 gegründet, erst 1872 übernahm Bodelschwingh ihre Leitung. Doch bedeutete die Berufung Bodelschwinghs einen Wendepunkt. Bis zu seinem Tod im Jahre 1910 hatte er, die Gunst der Zeit nutzend, Bethel zur größten Einrichtung der Inneren Mission ausgebaut. Die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel gedenken ihres prägenden Namensgebers anlässlich seines 100. Todestages in diesem Jahr besonders.

 

Fundraiser und Missionar

Bodelschwingh war nicht nur in diakonischen Arbeitsfeldern tätig, besonders in der Krankenhilfe und der Wandererfürsorge, er betrieb auch Heidenmission in Ostafrika und gründete die Kirchliche Hochschule Bethel. Der westfälisch-preußische Landadlige war politisch äußerst konservativ und sein patriarchalisch-barmherziger Blick auf Hilfebedürftige, die er als Kinder ansah, ist kein Standard für heutige Sozialarbeit als Menschenrechtsprofession. Bodelschwinghs – modern gesprochen – Fundraising-Ideen und allgemein seine Fähigkeiten im Bereich des sozialen Unternehmertums werden bis heute als vorbildlich angesehen.

 

Bodelschwingh-Straßenbahn in Dortmund, Foto: Bethel

Namensgeber

Viele Gemeindehäuser und viele diakonische Einrichtungen im Verbandsgebiet der Diakonie RWL heißen bis heute nach ihm. In Duisburg-Rheinhausen, Hagen, Köln-Mülheim, Paderborn, Koblenz und Borken zum Beispiel gibt es Altenheime, für die Bodelschwingh Namenspatron ist. Die Diakonie Dortmund und die Diakonie Siegen betreiben Bodelschwingh- Wohnheime für Wohnungslose. In Bergkamen gibt es eine Kindertagesstätte Bodelschwinghhaus, in Essen ein Wohnhaus für Behinderte Erwachsene und in Neuss ein Wohnheim für psychisch Kranke. Verschiedene Schulen sind nach Bodelschwingh benannt, unter anderem in Krefel, Arnsberg, Münster, Düsseldorf, Bonn, Hürth und Meisenheim. Zahlreiche Gemeindezentren erinnern mit ihrem Namen diese prägende Gestalt der Diakonie-Geschichte. Eines davon hat in den letzten Monaten für Aufsehen gesorgt, das Bodelschwingh-Haus in Unna-Massen. Seit 1959 beherbergte es den Kirchlich-Diakonischen Dienst für Integration und die evangelische Kirchengemeinde. Mittlerweile wurde das Gebäude der jüdische Gemeinde "haKochaw" (deutsch: der Stern) übergeben, die es als Synagoge nutzt.

 

Veranstaltungen

Bodelschwinghs 100. Todestag am 2. April wird mit einem Fernseh-Festgottesdienst begangen. Dem Gedenkgottesdienst am Karfreitag in der Zionskirche um 10 Uhr mit Bethels Vorstandsvorsitzendem Pastor Ulrich Pohl folgt anschließend eine Kranzniederlegung am Grab Bodelschwinghs auf dem Alten Friedhof in Bethel durch den Präses der Ev. Kirche von Westfalen, Dr. h.c. Alfred Buß. Seit Anfang März sind in Bielefeld, Dortmund, Hannover und Berlin Straßenbahnzüge mit „Warhol-Bodelschwingh-Motiven“ im öffentlichen Personennahverkehr für ein Jahr unterwegs.

In der Woche vom 5. bis zum 10. April hält Diakonin Regine Buschmann aus Anlass des 100. Todestages von Friedrich von Bodelschwingh die Morgenandachten im Radio auf WDR 3, 4 und 5. Ein Radiogottesdienst am 11. April in der Zionskirche hat ebenfalls das Wirken Friedrich von Bodelschwinghs zum Thema. Der Gottesdienst wird vom Deutschlandfunk und von der Deutschen Welle übertragen (Einlass bis 9.45h).

 

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