30. September 2010
Voneinander lernen
Erfahrungsaustausch zur Altenhilfe in Südafrika

Katinka Pieterse, Rene Ferreira, Ralf Kraemer, Helena Jackson
Das System der Altenhilfe kann die sozialen Ungerechtigkeiten in Südafrika nicht überwinden. Unter dieser Einschränkung gibt es Modelle, die auch für die Entwicklung der Altenhilfe in Deutschland interessant sind“ – so Ralf Kraemer, Referent für Altenarbeit in der Diakonie RWL, zu den Ergebnissen eines Erfahrungsaustausches mit Vertreterinnen einer Südafrikanischen Wohlfahrtsorganisation, dem AFM Welfare Council.
Zeitversetzte Entwicklung
Die Entwicklung der Altenhilfe in Südafrika, von der Helena Jackson berichtete, ähnelt Entwicklungen in Deutschland vor zwanzig Jahren: Es gibt eine Zunahme an ambulanten Pflegediensten und Unterstützungsdiensten für häusliche Pflege. Altenheime, in die oft noch sehr selbständige ältere Menschen übersiedelten, spezialisieren sich zunehmend auf Bewohnerinnen und Bewohner mit hoher Pflegebedürftigkeit. Ausgebaut werden Angebote des betreuten Wohnens.
Unterschiede
Im Fokus der Diskussionen standen aber Unterschiede im Hilfesystem. Hierzu gehört die sehr enge Bindung von Altenhilfeeinrichtungen an Kirchengemeinden, über die Bewohnerinnen und Bewohner ins Gemeinwesen integriert werden und viele freiwillige Unterstützungsdienste organisiert werden. Die Freiwilligen erhalten zum Teil kleine finanzielle Vergütungen.
Diskutiert wurde auch über das Modell der „Retirement Villages“. Dabei handelt es sich um Siedlungen für alte Menschen, in denen zum Beispiel hundert bis zweihundert Menschen wohnen und in denen besondere kirchliche und soziale Angeboten verfügbar sind. Ein Motiv, sich für diese Form segregativen Wohnens zu entscheiden, sei die schwierige Sicherheitslage in Südafrika, so Helena Jackson. Zudem seien die „55plus-Siedlungen“ eine Umgebung, in der sich besonders leicht Kontakte zu Gleichaltrigen und Gleichgesinnten finden lassen.
Anlass des Besuchs
Die Direktorin des AFM Welfare Council, Helena Jackson, und zwei weitere Mitarbeiterinnen der Organisation waren zu einem Arbeitstreffen mit dem Evangelischen Verein für Adoptions- und Pflegekindervermittlung nach Düsseldorf gekommen. Hier nutzten sie die Gelegenheit für einen Besuch in der Geschäftsstelle der Diakonie RWL.