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Archiv 2010

2. Juli 2010

Diakonie rollt auf der Gartenschau

Beschäftigte der Iserlohner Werkstätten regeln bei der Landesgartenschau Bollerwagenverleih und Eingangskontrollen

Foto: Diakonie Mark-Ruhr

Es ist das Ereignis des Jahres. Nein, nicht die Fußball-WM in Südafrika ist gemeint, auch nicht Lenas Sieg in Oslo. Die Landesgartenschau in Hemer hält in diesem Sommer das Sauerland in Atem. Und natürlich ist da auch die Diakonie mittendrin dabei.

Für die meisten Besucher sind die Damen und Herren von der Diakonie sogar der erste Kontakt, wenn sie das LGS-Gelände betreten, denn die Iserlohner Werkstätten sind hier - in Kooperation mit dem Sicherheitsdienst - für die Eingangskontrollen und vor allem für den Bollerwagenverleih zuständig. „Wir stehen an vier Besuchertoren und zwei Durchgängen für den Shuttlebus, und zwar gemeinsam mit Mitarbeitern der LGS”, sagt Iris Schür, die diese Außenarbeitsgruppe leitet. „Dazu regeln wir den Aufzug zwischen der Ebene Sportplatz und der Ebene Spielplatz Zwergengold und organisieren den Verleih von 50 Bollerwagen, elf Rollstühlen und zehn Elektro-Scootern.” Und das an sieben Tagen in der Woche von jeweils 9.30 bis 21 Uhr. 23 Beschäftigte gehören der Arbeitsgruppe an, die hier im Schichtdienst tätig sind.

 

Fördert die Selbstständigkeit

Eine davon ist Annabell Vossenkämper. Die 39-Jährige arbeitet normalerweise im Gartenbau in der Pastor-Horstmann-Werkstatt in Hemer und hat sich direkt für einen der begehrten Posten auf der LGS beworben. Dass sie genommen wurde und nun noch bis zum 24. Oktober auf dem LGS-Gelände am Puls der Zeit ist, freut sie unheimlich. Schließlich interessiert die Landesgartenschau jeden und die Arbeit am Eingang ist eine willkommene Abwechslung zum üblichen Arbeitsalltag. „Und es fördert die Selbstständigkeit ungemein”, fügt Iris Schür hinzu. Denn die Beschäftigten können hier ihre Arbeit und ihre Pausen selbst einteilen, was so in den Werkstätten nicht möglich ist. „Alle haben hier schon in den ersten Wochen einen großen Schritt nach vorne gemacht.” Die Form der Behinderung habe bei der Auswahl der 23 Beschäftigten keine große Rolle gespielt. Vielmehr hätten diejenigen den Zuschlag bekommen, die sich schon zuvor durch große Verlässlichkeit ausgezeichnet hätten und die die Bereitschaft mitgebracht haben, auch an Wochenenden und Feiertagen zu arbeiten. Und Hemeraner wurden wegen der kurzen Anfahrt bevorzugt.

 

Viel Spaß bei der Arbeit

Die Idee, sich auf der Landesgartenschau zu engagieren, sei schon lange im Vorfeld geboren worden, als Peter Friedrich, damals noch LGS-Geschäftsführer, das Großprojekt im Iserlohner Behinderten-Beirat vorgestellt hatte, erklärt Martin Ossenberg, Pädagogischer Leiter der Iserlohner Werkstätten. Eine besondere Herausforderung sei dabei vor allem der Schichtdienst, der für die Beschäftigten der Werkstätten eher ungewohnt ist. Beim Besuch vor Ort ist davon aber schon wenige Wochen nach der Eröffnung Mitte April keine Rede mehr. Die LGS elektrisiert alle - auch die Beschäftigten der Werkstätten, die hier ein tolles Team bilden und mit viel Spaß bei der Arbeit sind.

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