6. Oktober 2010
Neue Strukturen in Minden
Diakonisches Werk und Diakonissenanstalt gehen zusammen
(epd) Die diakonische Arbeit im Kirchenkreis Minden erhält eine neue, in Westfalen bisher einzigartige Struktur. Aus dem bisherigen Verein "Diakonisches Werk - Innere Mission - im Kirchenkreis Minden" ist durch Neugründung die "Diakonie Stiftung Salem gGmbH" entstanden, wie deren Vorstandssprecher Diakon Ulrich Strothmann am Dienstag in Minden sagte.
Die neue Stiftung zähle mit 1.550 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 70 Millionen Euro künftig zu den «größeren regionalen Trägern der evangelischen Sozialarbeit in der westfälischen Landeskirche. Zu dem neuen Sozial-Unternehmen gehören unter anderem acht Seniorenheime mit 740 Bewohnern, die ambulante Pflege, die Behindertenhilfe mit 200 Wohnheimplätzen und 1.000 Arbeitsstellen für Menschen mit Behinderungen. Weitere Bereiche sind das Evangelische Fachseminar für Altenpflege und vier Tageseinrichtungen für Kinder. Die aus der über 140 Jahre alten Diakonissenanstalt Salem-Köslin-Minden hervorgegangene »Diakonie Stiftung Salem« ist Mehrheitsgesellschafterin der gemeinnützigen gGmbH. Unmittelbar unter dem Dach der Stiftung verbleiben die Schwesternschaft und die stationäre Jugendhilfe.
Diakonische Verantwortung der Gemeinden
49 Prozent der Anteile hält das neu gegründete »Diakoniewerk im Evangelischen Kirchenkreis Minden e.V.", das die übergemeindlichen Beratungsdienste des alten Diakonischen Werks weiterführt und dessen Funktion als regionaler Wohlfahrtsverband übernimmt. "In der neuen Struktur bringen wir die diakonische Verantwortung der Gemeinden mit der guten Tradition der Diakonissen zusammen", betonte der Mindener Superintendent Jürgen Tiemann. Vorstandssprecher Strothmann hob die "Bündelung der Kräfte" hervor. Geplant sei zum Beispiel ein Ausbau der Tagespflege und des Netzes der Diakoniestationen.
Unterschiedliche Tarifsysteme
Ein Abbau von Arbeitsplätzen sei ebenso wenig geplant wie Ausgründungen etwa im hauswirtschaftlichen Bereich, betonten Tiemann und Strothmann. Die in den Vorgänger-Einrichtungen bestehenden unterschiedlichen Tarifsysteme sollen nach ihren Angaben weiterhin angewendet werden. Der Superintendent ist Vorsitzender des Verwaltungsrates des Diakoniewerks e.V., des Kuratoriums der Stiftung und der Gesellschafter-Versammlung der gGmbH. Die Vorstände und Geschäftsführung dieser Einrichtungen sind ebenfalls personenidentisch besetzt mit Diakon Ulrich Strothmann, Oberin Silke Korff und Diplom-Kaufmann Giselher Woite.