4. Juli 2011
Bewährte Infrastruktur in der Hilfe für Langzeitarbeitslose nicht zerschlagen
Ratsvorsitzender kritisiert Kürzungen der Bundesregierung bei der Förderung von Ein-Euro-Jobs

Vizepräsident Drägert, Vizepräses Bosse-Huber und Präses Schneider präsentieren bei der Sommer-Pressekonferenz in Düsseldorf auch das neue Plakat für die Presbyteriumswahlen 2012.
„Es kann nicht sein,“ so der rheinische Präses und Ratsvorsitzende der EKD Nikolaus Schneider, "dass es eine quantitative Entspannung auf dem Arbeitsmarkt gibt bei einer gleichzeitigen qualitativen Zunahme der Langzeitarbeitslosen.“ Kritisch äußerte sich Nikolaus Schneider im Rahmen der Sommer-Pressekonferenz der Evangelischen Kirche im Rheinland heute in Düsseldorf zu den Sparbeschlüssen der Bundesregierung im Bereich der Ein-Euro-Jobs.
Im Verhältnis profitierten Langzeitarbeitslose deutlich weniger am wirtschaftlichen Aufschwung, sagte Schneider. Man sei sich im Rat der EKD einig darin, dass jetzt nicht die bewährte Infrastruktur mit der Axt zerschlagen werden dürfe, die für die Unterstützung, Förderung und Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen in den vergangenen Jahren aufgebaut worden sei, sagte Schneider mit Blick auf die von der Bundesregierung beschlossenen Kürzungen etwa im Bereich der Eingliederungstitel oder bei der sogenannten Arbeitgeber-Pauschale. Der Ratsvorsitzende sagte, die Beratungsstellen, die Qualifizierungs- und Integrationsbetriebe gerade auch von Kirche und Diakonie hätten sich bewährt. Das gelte sowohl für die betroffenen Menschen wie auch für die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen wie etwa den Jobcentern.
Am 30. Juni hatte Nordrhein-Westfalens Arbeits- und Sozialminister Guntram Schneider die neuen Arbeitsmarktdaten für NRW präsentiert. Zwar zeigte er sich erfreut über den weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit. Allerdings bemängelt er, „dass die Langzeitarbeitslosen nicht von der guten konjunkturellen Lage profitieren“. Während die Zahl der Arbeitslosen im SGB III (Arbeitslosengeld I) um 4 Prozent gegenüber dem Vormonat zurückgingen, waren nur 0,9 Prozent weniger Arbeitslosengeld II-Empfänger zu verzeichnen. Im Jahresrückblick zum Juni 2010 war der Unterschied noch drastischer. Hier gab es 17,4 Prozent weniger ALG I-Empfänger und dagegen nur 2,8 % weniger ALG-II-Empfänger.