3. März 2011
Stark in der Region
Diakonie von Schwelm bis Menden und von Hagen bis Altena

Die Geschäftsführer (v.l.n.r.): Martin Wehn, Dirk Bernd Bobe, Helmut Bernhardt, Volker Holländer
Das Diakonische Werk Ennepe-Ruhr / Hagen und die Diakonie Mark-Ruhr mit Sitz in Iserlohn haben zum 1. Januar 2011 eine gemeinsame Gesellschaft gegründet. Neuer Name: Diakonie Mark-Ruhr gemeinnützige GmbH. Mit der Gründung sind die ersten Ergebnisse der knapp zweijährigen Gespräche zur Zusammenführung der beiden Diakonischen Werke deutlich: Zunächst werden die Sozialen Dienste aus Hagen, Hattingen, Hemer, Iserlohn, Menden, Schwelm und Witten mit etwa 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in dem neuen Diakonischen Werk zusammengeführt. Sitz der Geschäftsstelle, in der knapp 80 Mitarbeitende beschäftigt sein werden, wird im Laufe des Jahres das Hagener Wichernhaus in der Martin-Luther-Straße werden.
Die weitere Zusammenlegung der Arbeitsbereiche ambulante Pflege, stationäre Altenbetreuung, Jugend- und Erziehungshilfe sowie der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung wird schrittweise erfolgen.
Die neue Diakonie Mark-Ruhr übernimmt damit die Aufgabe des Diakonischen Werkes für die Evangelischen Kirchenkreise Hagen, Hattingen-Witten, Iserlohn und Schwelm. Im Bereich der ambulanten Pflege ist sie auch für den Evangelischen Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg tätig. Insgesamt sind mehr als 3.000 Menschen in den verschiedenen diakonischen Einrichtungen beschäftigt.

Martin Wehn, Geschäftsführer
Neue Diakonie umfasst vier Kirchenkreise
Beim Zusammenschluss der Diakonischen Werke Iserlohn und Hagen / Ennepe-Ruhr bleiben alle Arbeitsplätze erhalten
Interview mit Martin Wehn
Das Diakonische Werk im Ev. Kirchenkreis Iserlohn e.V. (ehemals Diakonie Mark-Ruhr e.V.) und das Diakonische Werk Ennepe-Ruhr / Hagen gGmbH haben sich zum 1. Januar 2011 zur Diakonie Mark-Ruhr gemeinnützige gGmbH zusammengeschlossen. Am 19. Februar gab es aus diesem Anlass in der Reformierten Kirche Hohenlimburg einen festlichen Gottesdienst. Diakoniepfarrer Martin Wehn, theologisches Mitglied der Geschäftsführung des neuen Diakonischen Werkes, erläutert die Motive für diesen Neustart.
Was war der Grund für diese Zusammenführung der beiden Diakonischen Werke?
Seit Jahren haben wir gut nachbarschaftliche Kontakte, nicht nur auf kollegialer, sondern auch auf struktureller Ebene. In vielen Bereichen können wir uns gegenseitig unter die Arme greifen. Wir wollen nun die guten Angebote aus den bisherigen Werken miteinander kombinieren, so dass die Menschen in allen vier Kirchenkreisen davon profitieren.
Welche Vorteile sehen Sie ganz konkret?
Ein wichtiges Ziel ist es, dem schon jetzt spürbaren Fachkräftemangel zu begegnen. Wir können bewährte Mitarbeitende eher halten, wenn wir in einer größeren Einheit mehr Entwicklungschancen bieten. Zudem können wir es älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern so ermöglichen, auf Stellen zu wechseln, die ihrer gesundheitlichen Leistungsfähigkeit entsprechen. Außerdem sollen erfolgreiche Geschäftsideen auf die gesamte Region übertragen werden. In Iserlohn gibt es zum Beispiel das Projekt „Jugendhilfe an Schulen“, das verhaltensauffällige Kinder im schulischen Alltag begleitet. Dieses Konzept haben wir jetzt auch der Stadt Hagen vorgestellt, wo es vermutlich noch in diesem Jahr realisiert werden soll.
Was verändert sich für die Menschen, die diakonische Angebote nachfragen?
Eigentlich sehr wenig – sieht man mal von dem einen oder anderen Briefbogen ab. Diakonie heißt immer schon Dienst am Menschen in seinem sozialen Umfeld – und das bleibt auch nach dem Zusammenschluss so. Wir werden aber unsere Position im Wettbewerb sozialer Dienstleistungen stärken und hoffen so – unsere Angebot auch in Zukunft aufrechterhalten zu können, insbesondere im ländlichen Raum. Das gilt auch für den Bereich der Sozialen Dienste mit den zahlreichen Beratungsstellen, die wir nur durch Kirchensteuerzuweisungen der vier Kirchenkreise aufrechterhalten können. Nicht zuletzt sind wir daran interessiert, die Verbindungen zwischen professioneller Diakonie und sozialdiakonischem Ehrenamt vor Ort zu stärken.