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Archiv 2011

31. März 2011

Kirche, Kinder und KiBiz: in die Zukunft investieren

Evangelische Kirchen, Fachverbände und Diakonie im Gespräch mit Ministerin Schäfer

Kinder auf dem Spielplatz

Copyright: www.freiewohlfahrtspflege-nrw.de

Das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) - von Anfang an strittig - soll bereits zum nächsten Kindergartenjahr verändert werden. Die Evangelischen Kirchen in Nordrhein-Westfalen, die Fachverbände und die Diakonie trafen sich zu einem konstruktiv kritischen Dialog mit Ministerin Ute Schäfer und Staatssekretär Professor Klaus Schäfer über die Revision des KiBiz.


Das Kinderbildungsgesetz müsse deutlich verbessert werden, so die Vertreter der Kirche. Die Reform dürfe nicht auf halber Strecke stecken bleiben, sondern müsse zukunftssicher gestaltet werden. Die Evangelischen Träger und Einrichtungen begrüßen die Vorhaben der Landesregierung, in einem ersten Reformschritt:

  • die personelle Ausstattung für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren zu erhöhen,
  • eine tatsächliche Verwaltungsvereinfachung umzusetzen,
  • mehr Flexibilität bei der bedarfsgerechten Verteilung der Plätze vor Ort zu schaffen,
  • die Ausstattung von Familienzentren, insbesondere im sozialen Brennpunkt zu verbessern
  • Kinder mit Behinderung stärker zu berücksichtigen.

 

Die Tageseinrichtungen für Kinder haben sich in den vergangenen fünf Jahren erheblich verändert. Die Revision des KiBiz müsse diesem Wandel gerecht werden. Die Evangelischen Kirchen in Nordrhein-Westfalen und ihre Verbände erwarten daher spätestens mit der grundlegenden Überarbeitung eine deutliche, qualitative Weiterentwicklung. Dazu gehören:

  • eine dem Angebot angemessene Personalausstattung , wie z. B. freigestellte Leitung, Personal für die Über-Mittag-Versorgung und mehr Zeit für die Vor- und Nachbereitung der Arbeit
  • eine vereinfachte und verbesserte Umsetzung der Sprachförderung
  • eine Überprüfung und Weiterentwicklung des Finanzierungssystems, die den tatsächlichen Kosten gerecht wird.

 

Die Evangelischen Kirchen in Nordrhein-Westfalen und ihre Verbände begrüßen insgesamt den erheblichen Ausbau der Betreuung für Kinder unter drei Jahren, die längeren Öffnungszeiten und die Betreuung über Mittag. Gleichzeitig ist mit den Veränderungen eine erhebliche Steigerung des finanziellen Eigenanteils der Kirchen verbunden. Hier erwarten die Kirchen, dass sie anderen freien Trägern gleichgestellt werden.

 

Auch die Förderung von 1.000 Stellen für Berufspraktikantinnen begrüßen die Evangelischen Kirchen und ihre Verbände. Diese Maßnahme reicht zur Bewältigung des drohenden Fachkräftemangels allerdings nicht aus. Wir müssen junge Menschen für die Arbeit in Tageseinrichtungen für Kinder und eine Ausbildung in der Elementarpädagogik begeistern. Denn in diesen Bildungseinrichtungen werden entscheidende Weichen für die Zukunft unserer Kinder gestellt.

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