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Archiv 2011

13. April 2011

Niedrigschwellige medizinische Versorgung wohnungsloser Menschen erfolgreich

Mobiler Dienst wird gut angenommen

Der "Mobile Medizinische Dienst" - der niedrigschwellige Angebote für wohnungslose Menschen bietet - wird gut angenommen. Die wissenschaftliche Begleitforschung der Ärztekammer Westfalen-Lippe bewertet das Projekt als erfolgreich. 90 Prozent derjenigen, die zu den Mobilen Diensten gegangen sind, hatten vorher keinen Kontakt mehr zu niedergelassenen Ärzten. Eingerichtet wurde der Mobile Medizinische Dienst 2006 in Nordrhein-Westfalen gemeinsam von den gesetzlichen Krankenkassen, der kassenärztliche Vereinigung und den kommunalen Spitzenverbänden. Im Rahmen des "Umsetzungskonzeptes zur medizinischen Versorgung wohnungsloser Menschen" haben Träger der Freien Wohlfahrtspflege - unter anderem der Westfälische Herbergsverband (WHV) als Fachverband der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe – entscheidend zum Erfolg des Modellprojektes beigetragen. Sie haben "Mobile Medizinische Dienste" eingerichtet, ausgebaut, unterstützt und für deren Finanzierung gesorgt. So entstanden in sechs nordrhein-westfälischen Großstädten Anlaufstellen für Wohnungslose, und zwar in Bielefeld, Dortmund, Essen, Hagen, Köln und Münster.

Obdachlose Menschen sind aufgrund ihrer Lebensumstände gesundheitlich besonders gefährdet. Sie leiden unter Mehrfacherkrankungen und sind meist länger krank als andere Menschen. "Das liegt auch daran, dass sie die Regelhilfen zum Beispiel durch Hausärzte nicht gern in Anspruch nehmen", erläutert Jan Orlt. So schleppen sie sich durch Krankheiten, unterschätzen lebensbedrohliche Symptome und brauchen länger, um gesund zu werden.

"Als Westfälischem Herbergsverband liegt uns die medizinische Versorgung wohnungsloser Menschen am Herzen. Deshalb haben wir uns an der Umsetzung des Konzeptes beteiligt und viel Kraft investiert, um Mobile Dienste aufrechtzuerhalten, wenn sie in eine Durststrecke gerieten", betont Jan Orlt, Geschäftsführer des WHV. Der Westfälische Herbergsverband schätzt, dass es in Nordrhein-Westfalen rund 29.000 alleinstehende Wohnungslose gibt, davon sind 3.900 ohne jegliche Unterkunft.

"Die Mobilen Dienste werden von den obdachlosen Menschen deshalb so gut angenommen, weil sie niedrigschwellige Angebote sind und weil sie in ihrem Lebensumfeld angeboten werden", sagt der WHV-Geschäftsführer. "Ärztinnen und Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger haben viel Energie investiert, um Vertrauen aufzubauen und Kontakte zu verstetigen", führt Jan Orlt aus. In manchen Fällen gelang sogar eine Reintegration in die Regelhilfen.

Das Konzept zeigt, dass die Zielgruppen besser erreicht werden. "Es lohnt sich also für die Kommunen, sich am "Mobilen Dienst" zu beteiligen", wirbt der Geschäftsführer für das Projekt und betont, dass der WHV Städten, Kreisen und Gemeinden gern mit Rat und Tat zur Seite steht.

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