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Archiv 2011

7. Juli 2011

Ambulante Pflege muss ausreichend finanziert werden

Pflegedienste sehen sich in ihrer Existenz bedroht

Frauke Bußkamp, Diakonie RWL, Reinhard Quellmann, Vorsitzender des Fachverbandes Ambulante Pflege für NRW und Ulrich Christofczik, Geschäftsbereichsleiter der Diakonie RWL.

Professor Dr. Margot Käßmann hielt die Andacht auf der Fachtagung. Sie warb dafür, professionelle Pflege und ehrenamtliches Engagement stärker zu verbinden. Dies sei eine große Chance für Kirche und Diakonie und auch für die Gesellschaft. Mit auf dem Foto (v. l. n. r.): Frauke Bußkamp, Diakonie RWL, Reinhard Quellmann, Vorsitzender des Fachverbandes Ambulante Pflege für NRW und Ulrich Christofczik, Geschäftsbereichsleiter der Diakonie RWL.

Seit Jahren sind die Entgelte in der ambulanten Pflege nicht leistungsgerecht gestiegen. Die tarifgebundenen Personalkosten können nicht mehr aufgebracht werden. Viele ambulante Pflegedienste, die das Leben von Pflegebedürftigen zu Hause unterstützen, fürchten perspektivisch um ihre Existenz. „Die dauerhafte Unterfinanzierung der ambulanten Pflege führt dazu, dass viele Pflegedienste mit dem Rücken zur Wand stehen. Die Rahmenbedingungen blockieren eine angemessene Versorgung der Pflegebedürftigen“, so Ulrich Christofczik, Geschäftsbereichsleiter der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe auf einer Fachtagung der Diakonie RWL. Der Rationalisierungsdruck müsse aufgehalten werden, damit ambulante Einrichtungen auf dem Markt bestehen könnten und sich nicht aus dem Arbeitsfeld zurückzögen.

 

Dabei steigt die Zahl der Pflegebedürftigen schon heute und diese Entwicklung setzt sich in den nächsten Jahrzehnten ungebrochen fort. „Mehr als zwei Drittel aller Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt. Die Zahl der Pflegebedürftigen insgesamt steigt bis 2030 um fast 50 Prozent“, sagte Ulrich Christofczik.

 

Die Pflege durch Familienangehörige wird zunehmend durch professionelle Pflege ersetzt. Neue Formen der ambulanten Versorgung, wie ambulant betreute Wohngruppen, werden dringend gebraucht. Gute Ideen scheitern heute oft an zu hohen Kosten und bürokratischen oder vertraglichen Hürden. „Wir müssen den Wert der Pflege mitten in den gesellschaftlichen Diskurs bringen“, so Christofczik.

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