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3. Mai 2011

Freie Wohlfahrtspflege in NRW feiert 50-jähriges Bestehen

Foto: LAG

Mit einem Festakt am 6. Mai feierte die Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Nordrhein-Westfalen ihr 50-jähriges Bestehen. Zur Feier in Düsseldorf erschienen rund 350 Gäste aus Politik und Verwaltung, von Kooperationspartnern und aus den Verbänden, darunter auch Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD). Den Festvortrag hielt der Münsteraner Sozialethiker und Religionssoziologe Karl Gabriel.

Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Der Paritätische, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonische Werke und Jüdische Kultusgemeinden haben sich mit ihren 17 Spitzenverbänden zu einer Landes­arbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege Nordrhein-Westfalen zusammen­gefunden, die gemeinsame Ziele verfolgt: die Weiterentwicklung der sozialen Arbeit in Nordrhein-Westfalen und die Sicherung bestehender Angebote. Sie weist auf soziale Missstände hin, initiiert neue soziale Dienste und wirkt an der Sozialgesetzgebung mit. Sie leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Strukturwandel und für eine zukunftsfähige Entwicklung des Landes Nordrhein-Westfalen.

"Die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege hat eine wichtige Brückenfunktion. Eine große Herausforderung der Freien Wohlfahrtspflege ist beispielsweise der drohende Fachkräftemangel und eine zu geringe Finanzierung der Pflege. Ohne die in der Landesarbeitsgemeinschaft zusammengeschlossene Freie Wohlfahrtspflege ist das vorhandene breite Spektrum der sozialen Einrichtungen nicht denkbar", so Günther Barenhoff, Sprecher des Vorstands der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe.

Der Staat hat die Verantwortung für vielfältige soziale Aufgaben. Diese werden in hohem Maße von der Freien Wohlfahrtspflege wahrgenommen, in manchen Arbeitsfeldern ist sie fast alleiniger Anbieter. Gemäß dem Subsidiaritätsprinzip sollen staatliche Stellen nur dann selbst tätig werden, wenn Bürger oder freie Träger dazu nicht in der Lage sind. Die Wahr­nehmung sozialer Aufgaben durch die Wohlfahrtsverbände hat sich über Jahrzehnte be­währt. Sie ermöglicht ein vielfältigeres, international beispielhaftes Spektrum an sozialen Dienstleistungen, das vielen Menschen in Not Unterstützung und Nutzen bringt. Diese „Ar­beitsteilung“ rechnet sich aber auch für den Staat: Die Freie Wohlfahrtspflege bringt Eigen­mittel ein und mobilisiert allein in NRW eine Million Bürgerinnen und Bürger, die sich freiwillig und unentgeltlich engagieren. Der hierdurch insgesamt geleistete Mehrwert liegt bundesweit deutlich im zweistelligen Milliardenbereich. Durch orts- und gemeindenahe Orientierung und Verankerung der Verbände werden frühzeitig soziale Probleme erkannt und gelöst.

Die Freie Wohlfahrtspflege in NRW ist ein nicht wegzudenkender wirtschaftspolitischer Fak­tor und schafft Beschäftigung. Sie ist aber kein Wohlfahrtskonzern, sondern lebt von der Ei­genständigkeit und sozialen Kreativität der Dienste, Einrichtungen und Initiativen vor Ort. Diese sind häufig in Orts- oder Kreisverbänden regional organisiert. Örtliche Verbände und selbstständige Einrichtungen werden von den 17 Spitzenverbänden beraten und vertreten. Freie Wohlfahrtspflege in NRW ermöglicht also die Balance zwischen verlässlichen, landes­weit vergleichbaren sozialen Hilfen einerseits und der flexiblen Ausrichtung an örtlichen Ge­gebenheiten andererseits.

Rede von Andreas Meiwes, Vorsitzender
Begruessung LAG Jubilaeum Andreas Meiwes
Rede von Professor Karl Gabriel
Rede LAG Jubilaeum Prof. Karl Gabriel

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