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4. Juli 2011

Trotz Schuldenbremse mehr Geld für Kinder und Jugendliche

Diakonie fordert Aktionsplan gegen Kinderarmut im Saarland

Wolfgang Biehl, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes an der Saar.

Wolfgang Biehl, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes an der Saar.

Das Diakonische Werk an der Saar fordert einen landesweiten Aktionsplan gegen Kinder- und Jugendarmut im Saarland. Das Sozialministerium müsse umgehend einen solchen Plan erstellen und umsetzen, sagte Geschäftsführer Wolfgang Biehl am Donnerstag der Evangelischen Nachrichtenagentur epd mit Blick auf eine neue Studie zu Kinder- und Jugendarmut im Land. Wie die Studie belegt, ist die Kinder- und Jugendarmut im Saarland stärker verbreitet ist als in den anderen westlichen Bundesländern. Im Saarland sind fast 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren vom Armutsrisiko bedroht.  Für die Diakonie sind die von Kölner Sozialforschern erhobenen Ergebnisse eine wertvolle Datenbasis. Die bisher von Fachleuten schon vermuteten hohen Armutsrisiken im Saarland konnten jetzt dokumentiert und wissenschaftlich belegt werden. 

Diakonie-Geschäftsführer Biehl forderte als Folge der Ergebnisse der Studie eine Sensibilisierung für Kinder- und Jugendarmut in Stadtteilen, Kindertagesstätten, Schulen und Vereinen.  
Als notwendige Infrastrukturmaßnahmen bezeichnete Biehl die Einführung der Ganztagsschule als Regelschule, verbunden mit Sozialarbeit und Lernmittelfreiheit. Im Hinblick auf die Landespolitik fordert das Diakonische Werk eine größere Verlässlichkeit und Kontinuität für Kinder und Jugendliche. Es sei wenig zielführend, die Beitragsfreiheit im dritten Kindergartenjahr erst einzuführen und dann wieder abzuschaffen oder freiwillige Ganztagsschulen erst beitragsfrei zu gestalten, danach aber doch Kosten zu erheben. Trotz der Schuldenbremse müsse das Land für Kinder und Jugendliche zusätzliche Gelder in die Hand nehmen, forderte Biehl.   

 

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