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13. April 2011

NRW-Verdienstorden für Diakoniemitarbeiterin

Ilona Füchtenschnieder-Petry für ihren Einsatz gegen Glücksspielsucht geehrt

Foto: Privat, Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Ilona Füchtenschnieder-Petry

Was haben Stargeiger David Garrett, die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth und die Diakoniemitarbeiterin Ilona Füchtenschnieder-Petry aus Herford gemeinsam? Sie alle, zusammen mit anderen, haben jetzt den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen erhalten. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft überreichte diese höchste Auszeichnung des Landes. Die Diakonie RWL freut sich und gratuliert herzlich Ilona Füchtenschnieder, die die Landesfachstelle Glücksspielsucht NRW leitet, angesiedelt beim Diakonischen Werk Herford.

Glücksspielsucht

Eine neue Studie hat ermittelt, dass es in Deutschland über vier Millionen Menschen mit Glücksspielproblemen gibt. Das größte Suchtrisiko geht dabei von Geldspielautomaten aus. Bis zu 400.000 Menschen gelten als glücksspielsüchtig. Sie benötigen Hilfe, sei es in ambulanten oder stationären Therapien. Das Hilfesystem erreicht Glücksspielsüchtige aber in viel geringerem Maße als andere Abhängigkeitskranke. Glücksspielsucht ist eine Männerkrankheit. Zu mehr als 90 Prozent sind Jungen und Männer betroffen. Sie sind anfälliger für den Wettbewerb und die trügerische Hoffnung auf einen schnellen Gewinn. Einsame ältere Menschen sind ebenso suchtgefährdet wie jüngere Computerspieler. Von Geldspielautomaten, Casinospielen, Rubbellosen, Sportwetten und Pokerspielen gehen die Suchtgefahren aus. Spielsüchtige verlieren den Kontakt zur Realität, vernachlässigen Familie und Freunde, geraten in die soziale Isolation, verschulden sich und verlieren so oft den Arbeitsplatz oder sie brechen die Schule ab.

Foto: Privat, David Garret und Ilona Füchtenschnieder während der Preisverleihung

Diakonischer Einsatz

Die studierte Lehrerin und Diplompädagogin Ilona Füchtenschnieder-Petry war seit Anfang der 1980er Jahre zunächst in der Heimerziehung tätig, bevor sie 1985 in die Suchthilfe wechselte. 1987 war sie treibende Kraft bei der Einrichtung der bundesweit ersten Beratungsstelle für Glücksspielsüchtige und ihre Angehörigen beim Diakonischen Werk Herford. Das Füttern von Groschengräbern, so erinnert sie sich, galt damals als harmlose Spielerei. Spielsucht war noch lange nicht als Krankheit anerkannt. Nordrhein-Westfalen wurde dann aber zum Vorreiter für die Therapie von Glücksspielsucht. 2002 wurde in Herford die NRW-Landesfachstelle Glücksspielsucht eingerichtet. 2009 schließlich gründete Ilona Füchtenschnieder die Stiftung Glücksspielsucht für mehr Verbraucherschutz und Prävention. "Glücksspielsucht", so Ralph Seiler, Geschäftsbereichsleiter für Soziales und Integration bei der Diakonie RWL, „ ist kein Randthema. Wir ringen mit der Politik darum, dass insbesondere das Automatenspiel in Spielhallen und Gaststätten, das ein besonders hohes Suchtpotential aufweist, stärker eingegrenzt wird. Deshalb fordern wir seit langem, dass das Automatenspiel auch in die Regelungen zum Glücksspielstaatsvertrag einbezogen werden muss.“

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