19. April 2011
SÜCHTIG
Relativ komischer Stoff - die Theaterveranstaltung der Diakonie Fachstelle Sucht war ein großer Erfolg

Portrait Karl Maslo
Am 31. März 2011 hatte die Suchtberatungsstelle des Diakonischen Werkes Dortmund und Lünen gGmbH eine Premiere: Erstmalig versuchte sie, über den unkonventionellen Weg einer Theaterveranstaltung Menschen mit dem Thema Sucht in Kontakt zu bringen. Und der Erfolg macht Mut! 120 Menschen füllten den Saal des Kulturzentrums Wichern fast bis auf den letzten Platz und sahen "SÜCHTIG. Relativ komischer Stoff", ein Theaterstück, in dem der Autor (Mark Lundholm)und der Schauspieler (Karl Maslo) als Betroffene genau wissen, worüber sie sprechen.
"Karl Maslo ist ein Hammer", "Nach dem Stück war ich total aufgewühlt", "Ich habe mich noch einmal als Kind mit meinen suchtkranken Eltern gesehen", "Ich hab mir Gedanken über meine Rolle als Helferin gemacht", "Unbedingt noch einmal aufführen" waren die ersten Reaktionen. Sie bestätigten die Idee des Teams der Fachstelle: Kein noch so fundierter Vortrag kann die Auseinandersetzung mit dem Thema Sucht so fördern wie der Erlebnisbericht eines Betroffenen.
Karl Maslo ist Mark, ein "ganz normaler" Süchtiger. In knapp zwei Stunden erzählt er Marks Suchtkarriere so, als ob es seine eigene wäre. Seine eigenen Erfahrungen mit Drogen, Alkohol und Verhaltenssüchten lässt er mit einfließen: "Ich hatte alles verloren, was mich als Menschen ausmacht"; "ohne Drogen und Alkohol musste ich mich meinen Gefühlen stellen - das war das Schwerste". Im Wichern-Saal war es manchmal ganz still, dann kam wieder befreiendes Gelächter auf - und zum Schluss tosender Beifall.
Beratung und Hilfe für alle, die sich über ihren Umgang mit Alkohol, Medikamenten oder Nikotin Gedanken machen oder die sich Sorgen um jemanden machen, für den Suchtmittel ein Problem sind, gibt es in der Suchtberatungsstelle des Diakonischen Werkes, Rolandstr. 10, Tel 8494461, www.diakoniedortmund.de.
Kontakt bei der Diakonie RWL:
Ralph Seiler
Tel.: 0251 2709-330
r.seiler@diakonie-rwl.de