14. März 2011
Forum Rituelle Gewalt
Fachtagung der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe

Die Beschäftigung mit dem Thema "Rituelle Gewalt" brachte Anfang März Menschen mit vielfältigen Kompetenzen und fachlichen Professionen - Psychologen, Theologen aber auch Polizei - auf einer Fachtagung zusammen. Neben der Frage, wie eine qualifizierte Ausstiegsberatung aussehen kann, ging es um geeignete Therapien sowie rechtliche, weltanschauliche und polizeiliche Aspekte.
Der sorgsame Umgang mit der Gefühlswelt und der Psyche der Menschen, die ritualisierte und ideologisch motivierte Straftaten erlitten haben, wurde thematisiert. Die Teilnehmer diskutierten über Chancen und Grenzen der Helferinnen und Helfer, eine dauerhafte und erfolgversprechende Begleitung zu ermöglichen. Arbeitsgruppen zu den Themen Selbsthilfe und Ausstiegsmöglichkeiten, rechtliche Möglichkeiten, therapeutische Hilfen, praktische Hilfen aus weltanschaulicher Sicht sowie Kooperationsmöglichkeiten mit der Polizei standen im Mittelpunkt der Veranstaltung. Hilfestellungen wurden aus weltanschaulicher Sicht diskutiert. Bei allen Gesichtspunkten standen die Menschen im Mittelpunkt, die ritualisierte Formen der Gewaltausübung erfahren und gelernt haben, mit ihren Lebenserfahrungen umzugehen und diese mitzuteilen.
Das Besondere an dieser Veranstaltungsform war der Dialog und Austausch mit allen Beteiligten, die einen Beitrag durch Erfahrung, Wissen und Kenntnisse zum Bereich Rituelle Gewalt einbrachten, der in der Öffentlichkeit umstritten ist und tabuisiert wird. Die Tagung war eine Kooperationsveranstaltung der Diakonie RWL, dem Referat für Sekten- und Weltanschauungsfragen im Bistum Münster, dem Amt für Sekten- und Weltanschauungsfragen der Evangelischen Kirche von Westfalen sowie dem Selbsthilfeverein „Exit e.V. Teilnehmer aus dem ganzen Bundesgebiet nahmen an der Veranstaltung teil.