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Archiv 2011

17. Juni 2011

Interkulturelle Herausforderungen für die Diakonie

Dialog auf Augenhöhe

Ionna Zacharaki, Referentin für Integration und Interkulturalität

Die Gesellschaft wird bunter. Jeder dritte Jugendliche hat einen Migrationshintergrund. Begleitet wird diese kulturelle und religiöse Vielfalt von zunehmender sozialer Ungleichheit. „Angesichts dieser gesellschaftlichen Entwicklung muss die Diakonie ihre Angebote öffnen und zugänglicher gestalten, sodass alle Menschen unabhängig ihrer Herkunft und kulturellen Orientierung diese in Anspruch nehmen können. Wir müssen einen Dialog auf Augenhöhe mit Ratsuchenden unterschiedlicher Herkunft führen und unsere Einrichtungen interkulturell öffnen“, so Birgit Buchholz, Vorsitzende der Trägerkonferenz Migration und Flucht, bei einem Workshop der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe.

Soziale Probleme treffen vielfach die Gruppe der Zugewanderten und zwar in allen Bereichen, im Kindergarten, bei der Schul- und Berufsausbildung sowie in der Gesundheitsversorgung und Altenarbeit. „Diese Menschen mit den unterschiedlichsten kulturellen Prägungen stellen die diakonischen sozialen Dienste vor enorme Herausforderungen“, betonte Ioanna Zacharaki, Referentin für Integration und Interkulturalität bei der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe. „Es geht darum, bei der eigenen ethischen Fundierung und konzeptionellen Arbeit den Grundgedanken der nachhaltigen Inklusion und der interkulturellen Orientierung zu berücksichtigen.“

Eigene Vorurteile bewusst machen


Um den aktuellen Herausforderungen zu begegnen, müssen Mitarbeitende der Diakonie interkulturelle Kompetenzen als Schlüsselqualifikation erwerben. Dazu gehört die Reflektion der eigenen Vorurteile sowie die Entwicklung von Sensibilität für die Lebenswelten und
Problemlagen von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte.

Interkulturelle Öffnung strukturell verankern


Die Umsetzung der interkulturellen Öffnung ist ein langfristiger Prozess. Er umfasst alle
Ebenen der Einrichtung. Die interkulturelle Öffnung ist ein Teil der Organisationsentwicklung und daher eine Querschnittsaufgabe. Sie verlangt Leitungsverantwortung und muss gewollt und bewusst gesteuert werden. Es geht nicht darum, die bisherige Praxis zu entwerten oder durch etwas komplett Neues zu ersetzen. Es geht darum, die interkulturelle Orientierung in die bestehenden Abläufe und Prozesse zu integrieren. So kann zum Beispiel die Öffentlichkeitsarbeit einer Einrichtung besser auf die Bedürfnisse und Vorstellungen der Zielgruppe ausgerichtet werden. Auch ist es möglich, neue Ansätze und Kooperationen zum Beispiel bei der Elternarbeit in den Einrichtungen zu erproben.

Interkulturelle Öffnung setzt an bei der Analyse möglicher Zugangsbarrieren und der Erfassung des Bedarfs, einem interkulturellen Personalmanagement, einer interkulturell ausgerichteten Öffentlichkeitsarbeit, Qualifizierungskonzepten zur Vermittlung interkultureller Kompetenzen und der Vernetzung mit Migranten, Migrationsfachdiensten sowie Migrantenorganisationen.

Das Thema interkulturelle Öffnung soll in der Diakonie stärker als bisher diskutiert werden. Deswegen ist eine Steuerungsgruppe beim Workshop gebildet worden. Sie besteht aus Trägervertretern, Mitarbeitenden der Fachebene, Vertretern der Landeskirche sowie Vertretern aus der Wissenschaft. Sie hat die Aufgabe, für die interkulturelle Öffnung diakonischer Einrichtungen Strategien zu entwickeln.

 

Kontakt: Ionna Zacharaki, Referentin für Integration und Interkulturalität, Tel.: 0211 6398-253, E-Mail:

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