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Archiv 2011

2. Dezember 2011

Ehrenamtspreis der Evangelischen Kirche im Rheinland

Projekt für minderjährige Flüchtlinge der Diakonie Wuppertal ausgezeichnet

Logo des Projektes: Große Figur hält kleine Figur an der Hand

 

 

Das Projekt "Do it!" der Diakonie Wuppertal wird mit dem Ehrenamtspreis der Evangelischen Kirche im Rheinland ausgezeichnet. Das 2007 gestartete Projekt qualifiziert und begleitet ehrenamtliche Vormünder für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Der mit 1000 Euro dotierte Preis wird am 3. Dezember, dem Internationalen Tag der Freiwilligen, von Oberkirchenrat Klaus Eberl im Rahmen einer öffentlichen Festveranstaltung in Kaiserswerth überreicht. Zwei weitere Projekte aus dem Rheinland erhalten die gleiche Auszeichnung. Der Ehrenamtspreis wird alle zwei Jahre vergeben.

Qualifizierung und Begleitung

Gegenwärtig betreuen 15 Freiwillig Engagierte jugendliche Flüchtlinge aus Afghanistan, Äthiopien, Eritrea, Palästina und weiteren Staaten. Eine Vormundschaft dauert in der Regel drei bis vier Jahre. Zurzeit leben etwa 80 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Wuppertal.
Das Qualifizierungskonzept und der moderierte Erfahrungsaustausch, der Selbständigkeit der Freiwilligen achtet und die Selbstorganisation fördert, fanden die besondere Anerkennung der Jury. In dem Qualifizierungsprogramm befassen sich die Freiwilligen mit Fluchtursachen, mit Entwurzelung und Traumatisierung und mit Einzelheiten des Aufenthalts- und Asylrechts. Die Freiwilligen treffen sich zusätzlich, begleitet von den Projektverantwortlichen in der Diakonie Wuppertal, regelmäßig zum Erfahrungsaustausch. "Das Projekt dient der Offenheit, der Toleranz und der Integration, es fördert die Selbstbestimmung der Ehrenamtlichen und der minderjährigen Flüchtlinge", hieß es von Seiten der Jury. Eine persönliche Vormundschaft mit ihrer intensiven Begleitung bringe den Jugendlichen mehr Chancen, als das bei zwangsläufig eher anonymen Amtsvormundschaften zu erwarten sei.

 

Zwei weitere Projekte ausgezeichnet

Das Projekt der Diakonie Wuppertal ist eines von drei ausgezeichneten Projekten. Ebenfalls ausgezeichnet wurden:

Die Krisenbegleitung/Suizidprävention der Telefonseelsorge Duisburg
Das Projekt ist aus der Telefonseelsorge Duisburg hervorgegangen und unter deren Dach angesiedelt. Eher ungewöhnlich für ein Angebote der Telefonseelsorge: Die Krisenbegleitung findet nicht am Telefon, sondern im persönlichen Gespräch statt. Fazit der Jury: ein innovatives, zukunftsweisendes und integratives Seelsorgeprojekt.

Das Schulbus-Projekt der Evangelischen Öffentlichen Bücherei Burscheid
Ein aus fünf Frauen bestehendes ehrenamtliches Team fährt zweimal im Monat mit einer mobilen Bücherei zur Gemeinschaftsgrundschule Dierath. Dort können in der Pause kostenlos Bücher ausgeliehen werden. Allein im Schuljahr 2010/2011 hat es 2 389 solcher Ausleihen gegeben. Insbesondere Kindern, die aus eher bildungsfernen Familien stammen, und Kindern mit Migrationshintergrund (ungefähr ein Drittel der kleinen Kundinnen und Kunden) werde so die Welt der Bücher und der Literatur eröffnet.

 

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