1. Dezember 2011
Familienbildung ist Prävention und Lebensbildung
Lob für Politik bei der Evangelischen Familienbildung
Die Evangelische Familienbildung spürt Aufwind. Bei der Mitgliederversammlung des Evangelischen Familienbildungswerkes Westfalen und Lippe stellte Geschäftsführerin Corinna Sühlsen in ihrem Jahresbericht heraus, dass die aktuelle Landespolitik dem Grundsatz folgt "Vorsorge ist besser als Nachsorge".
Kürzungen zurückgenommen
So sind im Jahr 2011 die finanziellen Kürzungen zurückgenommen worden, die die Familienbildung 2005 bei der Förderung im Rahmen des Weiterbildungsgesetzes hatte hinnehmen müssen. Ressort- und ministerienübergreifend ist deutlich wahrzunehmen, dass der präventive Ansatz nicht nur Leitmotiv ist, sondern tatsächlich realisiert wird. Auf diese Weise werden Familien unterstützt und Bildung wird als Lebensbildung gefördert. Der Fachverband begrüßt, dass alle Leistungen der Familienbildung in den Familienzentren in den vergangenen zwei Jahren durch die Landespolitik unterstützt wurden.
Familienbildung ist Prävention
Auf dem gleichnamigen Fachtag des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport in Düsseldorf konnte die Evangelische Familienbildung im Beisein der Ministerin eindrucksvoll zum Ausdruck bringen, was Familienbildung unter "Prävention und Selbstwirksamkeit" versteht.
Für viele - vor allem junge Menschen - ist es schwierig geworden, einen eigenen Lebensentwurf selbstbestimmt umzusetzen. Neben den materiellen und sozialen Ressourcen, bedarf es vor allem individueller Kompetenzen, Fähigkeiten und Fertigkeiten. Genau hier setzt die Familienbildung an. Durch die Gestaltung der Lebensbedingungen will sie so früh wie möglich Möglichkeiten und Voraussetzungen dafür schaffen, dass Menschen ihre Lebensentwürfe realisieren können. Gerade die Ausrichtung der Bildungsarbeit auf eine Lebensphasenbegleitung und ihre vorbeugende Wirkung lassen die Familienbildung zu einem elementaren Bestandteil der intendierten Präventionsketten werden, die über das Modellvorhaben der Landesregierung auf kommunaler Ebene eingerichtet werden sollen.
Gut - besser - zertifiziert
Das Familienbildungswerk ist seit 2009 erfolgreich zertifziert. Die Vorbereitungen der Rezertifizierung im Frühjahr 2012 laufen auf "Hochtouren".
Im Rahmen des Qualitätsmanagements werden auch Entwicklungen beobachtet, die Grund zur Sorge geben. So zeigt sich in der Bildungsarbeit, dass sich die Bedarfe und Teilnahmemöglichkeiten von Familien gravierend verändert haben. "Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie setzt ein immer stärker flexibilisiertes Angebot voraus", heißt es im Jahresbericht. Langfristige Bildungsbindungen einzugehen fällt Interessierten zunehmend schwer, der Eventcharakter der Angebote nimmt zu. Intensiv bemühen sich die Evangelischen Familienbildungsstätten, arme Familien mit vielfältigen Angeboten zu unterstützen. Gerade benachteiligte Familien können die Kursgebühren meist nicht aufbringen, hier werden eigene Ressourcen mobilisiert. Weiter gestiegen ist die Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Familien mit Migrationshintergrund.
Zum Abschluss der Mitgliederversammlung des Evangelischen Familienbildungswerkes Westfalen und Lippe führte die Fernsehkritikerin Klaudia Wick in kurzen, charakteristischen Ausschnitten durch die Medien-Bilderwelt zum Thema Familie - von der adventlichen Hausmusik bei Familie Beimer in der Lindenstraße 1984 bis zur Super-Nanny und ihren diversen Kolleginnen von heute. Hier werden Leit-Bilder und Klischees von Familie geschaffen, die viele Menschen in ihrem Denken und Handeln massiv prägen - Evangelische Familienbildung setzt andere Akzente.
Weitere Informationen:
- Familienbildung Westfalen und Lippe
- FBW