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1. März 2012

"Perspektiven von Migranten in öffentlichen Debatten besser berücksichtigen"

Referentin der Diakonie RWL bei der Gedenkfeier für die Opfer der rechten Terrormorde

Flaggen auf Halbmast

 


Portraitfoto

Ioanna Zacharaki

"Ich finde, die Veranstaltung war überfällig. Es war gut, einen Staatsakt von oberster Ebene mit allen Verfassungsorganen zu veranstalten. Das war ein wichtiges Signal", erklärt Ioanna Zacharaki, Referentin für Integration in der Diakonie RWL, die zur zentralen Gedenkfeier für die Opfer des rechten Terrors in Berlin eingeladen worden war. "Die Einladung an mich verstehe ich als Anerkennung der Integrationsarbeit, die wir hier in der Diakonie RWL leisten", so Zacharaki.

Die Erfahrungen aus dem Umgang mit der Mordserie zeigten, "wie wichtig alle Aktivitäten sind, die dazu beitragen, dass wir die Vielfalt akzeptieren können und interkulturelle Fremdheit überwinden". Es sei unfassbar, dass die Gesellschaft, auch Medien, sich so viele Jahre mit vorurteilshaften Erklärungen der Morde abgefunden haben, so Zacharaki.

Seit 2001 war bekannt, dass es sich bei den Morden an zugewanderten Ladenbesitzern um eine Mordserie handelt, die von einem Täter mit der selben Waffe durchgeführt wurde. Trotzdem fanden die Morde in der Öffentlichkeit eher geringe Beachtung. Auch eine Demonstration von mehreren tausend Türkinnen und Türken, die sich 2006 unter dem Motto "kein 10. Opfer" für ein größeres Interesse der Öffentlichkeit an der Mordserie einsetzten, blieb in den Medien weitgehend unbeachtet. Ioanna Zacharaki weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass bei vielen Themen Erfahrungen und Sichtweisen von Migrantinnen und Migranten zu wenig Eingang in öffentliche Debatten finden.

Lokale Initiativen für Toleranz und Verständigung

Ioanna Zacharaki will sich für mehr lokales Engagement gegen fremdenfeindliche Ideologien einsetzen. "Die Integrationsagenturen können zusammen mit örtlichen Netzwerken das Thema Fremdenfeindlichkeit weiter thematisieren und die lokale Öffentlichkeit sensibilisieren", so Zacharaki. Gute Beispiele seien Informationsveranstaltungen über die Hintergründe von Fremdenfeindlichkeit und präventive Arbeit mit Jugendlichen, zum Beispiel in der kirchlichen Jugendarbeit und in Schulen, um ein Abgleiten von Jugendlichen in die rechte Szene zu verhindern.


Foto Flaggen: B. Erdödy / Wikimedia Commons

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