3. Mai 2012
Mitgliederversammlung des Verbandes Evangelischer Krankenhäuser Rheinland-Pfalz/Saarland e.V.
Fallmanagement und Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen im Krankenhaus
Am 25. April fand in Speyer die Mitgliederversammlung des Verbandes Evangelischer Krankenhäuser Rheinland-Pfalz/Saarland e.V. (VEK-RPS) statt. Schwerpunktthemen waren Praxisbeispiele zu Case Management und zum Thema Selbsthilfe. Der Vorsitzende des VEK-RPS, Dr. Werner Schwartz, der seit März des Jahres auch den Vorsitz der Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz führt, gab zum Abschluss der Mitgliederversammlung einen Überblick über die Krankenhauspolitik auf Landesebene.
Speyer: Modernes Case Management
Marta Kroll und Werner Vogelsang stellten den Aufbau eines Case Managements am Krankenhaus Speyer dar. Zielvorgabe war dabei die ganzheitliche Versorgung multimorbider Patienten unter Überwindung der ambulanten und stationären Sektorengrenzen.
Das Krankenhaus hatte Probleme bei der Betreuung von Patienten der Gefäßchirurgie bei der Nachsorge im ambulanten Sektor feststellen müssen. Dort war man überfordert mit der Komplexität der Fälle, den Komplikationen und der postoperativen Wundversorgung. Die dem Krankenhaus zugehörigen Casemanager wenden sich dieser Patientengruppe und vor allem der Vernetzung der ambulanten Versorgungsstruktur jetzt besonders zu. Neben dem Vorteil für die Patienten durch klare Ansprachemöglichkeiten und Hilfeangebote vor Ort führt das Behandlungskonzept auch zu einer Verminderung der Wiedereinweisungsrate und damit zu einer Verbesserung der Wirtschaftlichkeit.
Paderborn: Selbsthilfreundliches Krankenhaus
Stephanie Kretschmann, Selbsthilfebeauftragte am evangelischen Krankenhaus St. Johannisstift Paderborn zeigte den Weg ihres Hauses zum "selbsthilfefreundlichen Krankenhaus". Ziel dabei war es, die Zusammenarbeit zwischen Selbsthilfe und Krankenhaus besser zu vernetzen und strukturell zu verankern. Patientinnen und Patienten seien die wichtigsten Multiplikatoren für die "gefühlte" Qualität im Krankenhaus. Außerdem sei die Selbsthilfe ein Nachsorgefaktor, der zur Stabilisierung aus dem Krankenhaus entlassener Patienten beitrage und "Drehtüreffekte" verhindern kann.