17. Februar 2010
Armut in den Blick nehmen
Kirche und Diakonie in Düsseldorf mit Aktionswochen gegen soziale Ausgrenzung

(epd) In den Gemeinde wie auch in der Gesamtgesellschaft seien Armut und soziale Ausgrenzung "nicht hinnehmbar", sagte der Düsseldorfer Superintendent Ulrich Lilie. Auch in einzelnen Kirchengemeinden werde Armut inzwischen stärker wahrgenommen, erklärte Lilie. So gebe es zunehmend Fälle, in denen Kinder nicht an Freizeiten teilnehmen können oder vom Mittagessen in Einrichtungen abgemeldet werden. Eine Gesellschaft, die sich einen so hohen Anteil an Armut erlaube, habe keine Zukunft, unterstrich er. Kirche und Diakonie hätten eine besondere Verantwortung für Menschen, die in Armut geraten sind. Deshalb sei es unerlässlich, das Thema aus der Tabuzone zu holen und verstärkt auf die Tagesordnung der Gemeinden zu setzen.
Brich dem Hungrigen dein Brot
Die Aktion startet am Sonntag mit einem Gottesdienst in der Johanneskirche unter dem Motto "Brich dem Hungrigen dein Brot." Weitere Gottesdienste zum Thema finden unter anderem am 7. März in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche und am 14. März in der Lukaskirche statt. Am 27. April startet in der Bergerkirche eine Aktionswoche der diakonischen Träger mit einer Podiumsdiskussion mit den Kandidaten der Parteien zur anstehenden NRW-Landtagswahl. Am 28. April heißt das Thema "Tafeln und Suppenküchen - die Schattenseiten des Erfolgs". Am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, beschäftigt sich eine ökumenische Andacht mit dem Thema "Arm trotz Arbeit." Schließlich geht es am 17. Juni bei einem Ethik-Forum in der Bergerkirche um Armut als politische Entscheidung. Die Gottesdienste zum Thema Armut und soziale Ausgrenzung finden in den Kirchen statt, in denen auch die Angebote der Tafeln durchgeführt werden.