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Altenarbeit im Gemeinwesen

Altenarbeit im Gemeinwesen: Demografisch geboten - politisch notwendig - verläßlich finanziert. Diakonie-Texte 09.2011.

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Die Broschüre zum Download

"In der Vergangenheit wurden unzählige Modellvorhaben zur Gestaltung quartiersbezogener Netzwerke für generationengerechte Kommunen erprobt. Trotz ihres nachweisbaren Erfolges wurde vieles wegen fehlender Anschlussfinanzierung beendet", so Diakonie-Präsident Johannes Stockmeier in der Vorstellung eines neuen Konzepts für Nachhaltigkeit in der gemeinwesenorientierten Altenarbeit. Die Handreichung, an deren Erarbeitung die Diakonie RWL beteiligt war, sieht Lösungsmöglichkeiten in einer konsequenteren Bündelung von Ressourcen und Maßnahmen in Netzwerken und Trägerverbünden. Beispiele aus sieben Kommunen illustrieren, was bereits jetzt schon machbar ist. Die empfohlenen Maßnahmen wirken so wie ein "Altenhilfestrukturgesetz von unten". Forderungen an die Politik gibt es trotzdem.


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Die Vision

Die Autorinnen und Autoren formulieren in dem Konzept die Vision einer "generationensolidarischen Gesellschaft". Notwendig sei "eine neue Selbstverständlichkeit des Helfens". Die aber sei nicht voraussetzungslos. Bürgerschaftliches Engagement und nachbarschaftliche Netzwerke entwickelten sich nicht von alleine. Gemeinwesenorientierte Altenarbeit könne bewirken, dass sich in den Quartieren unterstützende Netzwerke entwickeln. Erforderlich seien dafür aber verlässliche Strukturen. Dies illustrieren auch die in der Publikation angeführten Praxisbeispiele.

 

Die Finanzierung

Das Konzept sieht im Kern die kommunale Bereitstellung eines verlässlichen "Basisbudgets" für gemeinwesenorientierte Arbeit vor, das sich aus kommunalen Mitteln speist und mit weiteren Mitteln ergänzt wird (Fördermitteln von Bund, Ländern und EU sowie Mitteln von Verbänden, Unternehmen, Stiftungen usw.): "In wenigen Kommunen ist die gemeinwesenorientierte Altenarbeit im Haushalt fest verankert. Allein ein eigener Haushaltstitel aber sichert den nachhaltigen Bestand von Angeboten, selbst wenn dieser Titel nur als Sockelfinanzierung dient und durch Kofinanzierungen aufgestockt werden muss." Vorgeschlagen wird ein jährliches Basisbudget im kommunalen Haushalt von 23 Euro pro Einwohner über 60. Für die Kommunen müsse die Bereitstellung eines solchen Budgets im Gesamtergebnis keine zusätzliche Belastung bedeuten. Vorhandene Mittel für die Gemeinwesenarbeit sollen zwar aufgestockt, vor allem aber besser gebündelt und in vernetzten Trägerstrukturen nachhaltiger eingesetzt werden. Die Stützung "subsidiärer Hilfesysteme" durch nachbarschaftliche Netzwerke im Quartier könne zudem die zusätzlichen Aufwendungen mit Einsparungen an anderer Stelle kompensieren. Kritisiert wird in diesem Zusammenhang ein paradoxer Sparzwang, der zu vermeidbaren noch höheren Belastungen für Kommunen führe: Bei vielen Sparmaßnahmen, zu denen überschuldete Kommunen gezwungen würden, werde nicht berücksichtigt, welche Ausgaben Prävention durch gemeinwesenorientierte Altenarbeit an anderer Stelle verhindert, "beispielsweise Folgekosten für die Kommunen, die bei Unterstützungsleistungen für pflegebedürftige Bürgerinnen und Bürger entstehen".

Ergänzende Mittel sollen nach dem Konzept auch von Kostenträgern bereitgestellt werden. Vorgeschlagen wird u. a. ein "Präventionsaufschlag als Pflegesatzbestandteil", mit dem stationäre Einrichtungen gemeinwesenorientierte Angebote finanzieren sollen. Auch Krankenkassen könnten stärker in die Finanzierung präventiver Angebote eingebunden werden.

 

Portraitfotos

Ulrich Christofczik und Gabriele Winter, die an der Erstellung der Handreichung beteiligt war

Die Strukturen

Die Debatte um ein "Altenhilfestrukturgesetz", die vor zehn Jahren lebendig geführt wurde, ist weitgehend verstummt. In der Publikation zur Gemeinwesenarbeit wird die Wiederbelebung dieser Debatte gefordert. Zugleich aber werden viele praktische Vorschläge entwickelt, wie eine bessere Vernetzung der Altenhilfe "von unten" erreicht werden kann. Aufgegriffen werden Diskussionen, die auch in der Diakonie in Rheinland, Westfalen und Lippe lebendig geführt werden. So hat der Geschäftsbereichsleiter für Pflege, Alten- und Behindertenarbeit der Diakonie RWL, Ulrich Christofczik, die Abkehr vom "versäulten Denken", mit dem zum Beispiel offene Angebote der Altenarbeit, ambulante Pflege und Altenheime getrennt betrachtet werden, als wichtigen Faktor in der strategischen Weiterentwicklung der Altenhilfe bezeichnet. Die soziale Infrastruktur lasse sich an vielen Orten nur mit einer neuen Verzahnung bestehender Angebote aufrechterhalten. Gabriele Winter, Referentin für gemeinwesenorientierte und teilstationäre Altenarbeit, plädiert für ein konsequentes "Denken und Handeln" in Netzwerken. Diakonische Einrichtungen und Kirchengemeinden seien schon jetzt an vielen Orten wichtige Akteure gemeinwesenorientierter Altenarbeit. Die kirchlichen und diakonischen Aktivitäten gelte es besser zu vernetzen und sichtbar zu machen. Immer zu prüfen sei, ob Strukturen und Angebote noch stärker hin zum Gemeinwesen geöffnet werden können. Dazu könne auch die Entwicklung neuer Nutzungen für Gebäude und Einrichtungen in Kooperation mit anderen Partnern gehören - ein Entwicklungsfeld, zu dem die Diakonie RWL in Weiterentwicklung des Projekts "WohnQuartier4" bereits ein neues Beratungsangebot aufgebaut hat.

Die Beispiele

"Kreative Beispiele" mit kirchlichen und diakonischen Trägern aus sieben Kommunen - Düsseldorf, Köln, Mülheim, Nürnberg, Remscheid-Hohenhagen und Rathenow - illustrieren die Möglichkeiten einer nachhaltig finanzierten gemeinwesenorientierten Altenarbeit. Zu jedem Beispiel werden die Finanzierungswege und begünstigende Faktoren vorgestellt. Die Beispiele zeigen, dass sich - bei aller Unterschiedlichkeit der Verhältnisse vor Ort - mit einem Engagement im Gemeinwesen für Träger und Einrichtungen überraschende Handlungsmöglichkeiten ergeben können.

 

Portraitfoto

Projektleiterin Roswitha Kottnik

Die Autorinnen und Autoren

Die Autorinnen und Autoren der Handreichung kommen aus verschiedenen Diakonischen Werken und aus der Praxis der gemeinwesenorientierten Altenarbeit: Roswitha Kottnik (Projektleiterin), Burkhard Batze, Dr. Gundula Grießmann, Thomas Staudigl, Beate Steinke, Christa Stelling, Reinhard Thies, Gabriele Winter und Udo Zellmer.

 

Download und Bestellinformationen

Die Handreichung zum Herunterladen
Altenarbeit im Gemeinwesen: Finanzierung gemeinwesenorientierter Altenarbeit
Bestellinformationen
Bestellung: Als Printversion kann die Handreichung im Zentralen Vertrieb des Diakonischen Werkes der EKD bestellt werden.
Artikelnummer: 613 003 091
Kosten für gedruckte Fassungen pro Ausgabe:
ab 1 Exemplar 6,05 €
ab 10 Exemplare 3,40 € / Exemplar und ab 100 Exemplare 2,85 € / Exemplar (alle Preise inkl. MwSt. zuzüglich Versandkosten).
Bestellanschrift: Zentraler Vertrieb des Diakonischen Werkes der EKD, Karlsruher Str. 11, 70771 Leinfelden-Echterdingen, Telefon (0711) 90216-50, Telefax (0711) 7977502, vertrieb@diakonie.de

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