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Stadtteilmütter

"Stadtteilmütter in NRW – Aktiv für Arbeit und Integration"

Stadtteilmütter leisten praktische Integrationsarbeit vor Ort - und qualifizieren sich selbst für den Arbeitsmarkt

Wer berät mich in Erziehungsfragen? Wer informiert mich über die Fördermöglichkeiten für mein Kind in der Schule oder gibt Hilfestellung beim Übergang von der Schule in den Beruf? Wer kann Ansprechperson für eine familiäre Unterstützung oder bei gesundheitlichen Themen sein? Solche Fragen werden häufig nur in den Gesprächskreisen der eigenen ethnischen Gemeinschaft gestellt. Gerade für Menschen, die nicht in Deutschland aufgewachsen sind, ist es schwierig, die hiesigen Institutionen und ihre Anforderungen zu durchschauen. Hier setzen die sogenannten Stadtteilmütter an, die in einigen Städten wie Berlin oder Aschaffenburg schon aktiv für die praktische Integration arbeiten.

Sechs Monate lang haben sich Frauen aus insgesamt 20 Nationen - von der Türkei, den Tschad oder Polen bis nach Kasachstan, Nigeria oder dem Irak - auf ihre Tätigkeit vorbereitet. Sie wurden im Aufbau von Schlüsselqualifikationen und den Themen Ausbildung und Arbeit, Gesundheit sowie Erziehung und Familie geschult. Sie haben das örtliche Jugend- und Gesundheitsamt, Migrationsfachdienste und Beratungsstellen vor Ort besucht. Beim Besuch in den Berufsinformationszentren der Arbeitsagenturen haben sie sich außerdem intensiv über das deutsche Übergangssystem Schule-Ausbildung-Beruf, Fördermöglichkeiten und den Berufswahlprozess junger Menschen informiert.

55 Stadtteilmütter aus 20 Nationen beraten und informieren im Ruhrgebiet

Seit dem 2. Halbjahr 2011 sind diese nun für ein Jahr in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung als Stadtteilmütter vor allem in sozial benachteiligten Stadtteilen aktiv und informieren in ihrer Lotsentätigkeit andere Familien mit nicht-deutscher Herkunft über Anlaufstellen und unterstützende Angebote.
Vor allem geben sie Hilfestellung und machen den Familien Mut, ihren Weg in Deutschland zu gehen und die nachhaltige Integration der eigenen Kinder besser zu fördern.

Qualifizierung für den ersten Arbeitsmarkt

Kennzeichnend für das Projekt ist vor allem seine gezielte doppelte Wirksamkeit: Die  Stadtteilmütter selbst, die bislang langzeitarbeitslos und auf Leistungen nach dem SGB II angewiesen waren, bauen durch ihre Mitarbeit im Projekt ihr Erwerbspotential aus. Viele der Frauen sind gut ausgebildet und haben eine lange Familienphase hinter sich. Andere haben bisher kaum Berufserfahrung. Gerade Frauen aus Ost- und Südeuropa und der Türkei haben schlechtere Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Mit ihrer Arbeit als „Stadtteilmutter“ qualifizieren sich die Frauen für eine Tätigkeit auf dem Arbeitsmarkt, zum Beispiel im sozialpflegerischen Bereich. Die direkte Begleitung eines Jobcoachs und der Jobcentern vor Ort unterstützt einen nachhaltigen Übergang in den ersten Arbeitsmarkt.

Grafik Projektstruktur: Projektlaufzeit 18 Monate: 12 Monate Qualifizierung, 6 Monate Praxis. Während der gesamten Zeit Betreuung durch eine Fachanleiterin.

 

Zweiter Projektdurchlauf

Das Projekt Stadtteilmütter in NRW - Aktiv für Arbeit und Integration ist zum 01.10.2011 in einen 2. Durchlauf gestartet. Weitere 40 Stadtteilmütter, haben nach der Qualifizierung am 01.03.2012 in den Projektstädten Essen, Dortmund und Bochum ihren Einsatz gefunden. Dabei wird der Wirkungskreis der Stadtteilmütter ausgeweitet, indem die bisherige Gebietskulisse um weitere Stadtteile ergänzt wird und zudem neue Kooperationspartner gewonnen werden. Die zukünftigen Stadtteilmütter ergänzen die Vielfalt der kulturellen Hintergründe bei den Teams um weitere acht Nationen, so stammen sie z.B. aus Indien, Kamerun oder Syrien.

Finanzierung

Für insgesamt 2 Projektdurchläufe stehen 2,8 Mio Euro zur Verfügung. Davon trägt die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit rund 2  Millionen Euro, das Arbeitsministerium stellt 725.000 Euro aus Mitteln des Europäisches Sozialfonds bereit. Die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe finanziert aus Eigenmitteln die Koordination des Projektes.

Logos von Europäischer Union, dem Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW und der Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion NRW